#48 - Christoph Arnoldner
Shownotes
Hörgespräche: Sinnvolles aus dem Leben – Wöchentliche Interviews mit bewegenden Persönlichkeiten. Mehr dazu auf https://hoerenbewegt.at
Gast: Christoph Arnoldner Moderation: Carola Gausterer
Inhalt der Sendung: Ist Hörverlust bald heilbar? Univ.-Prof. Dr. Christoph Arnoldner stellt die Forschung ins Zentrum seiner otologischen Arbeit. Neben seiner neuen Funktion am Wiener AKH treibt er als Leiter des Christian Doppler Labors für Innenohrforschung Projekte voran, die die Hörtherapie grundlegend verändern könnten.
Wien gilt mit der Gründung der weltweit ersten Ohrenklinik als historischer Ort der HNO-Medizin – für Arnoldner zugleich Tradition und Verpflichtung. Doch im Gespräch wird es auch persönlich: So erzählt er etwa, wie berührend es ist, CI-NutzerInnen wiederzutreffen, die er Jahre zuvor selbst implantiert hat.
Begleiten Sie uns in ein spannendes Hörgespräch mit dem sympathischen Univ.Prof. Dr. Christoph Arnoldner. Erfahren Sie, warum Hörstörungen zunehmen, welche innovativen Ansätze Hoffnung machen – und werfen Sie mit uns einen Blick in die Zukunft der Hörforschung.
Über HÖREN BEWEGT: Alles um uns ist Kultur. Sie bedeutet die Gestaltung des Zusammenlebens, Traditionen, Geschichte Politik sowie den künstlerischen Ausdruck einer Gesellschaft. Die Pflege und Entwicklung jeglicher Form von Kultur erfordert zwischenmenschlichen Austausch. Welche entscheidende Rolle ein intaktes Gehör dabei zukommt, zeigt die Initiative HÖREN BEWEGT. Themen und Events zu Leben, Kunst, Bildung und vielem mehr lassen Sie eintauchen in die spannende und wunderbare Welt des Hörens! Mehr zur Initiative HÖREN BEWEGT auf https://hoerenbewegt.at
Über MED-EL:
MED-EL Medical Electronics, führender Hersteller von implantierbaren Hörlösungen, hat es sich zum vorrangigen Ziel gesetzt, Hörverlust als Kommunikationsbarriere zu überwinden. Das österreichische Familienunternehmen wurde von den Branchenpionieren Ingeborg und Erwin Hochmair gegründet, deren richtungsweisende Forschung zur Entwicklung des ersten mikroelektronischen, mehrkanaligen Cochlea-Implantats (CI) führte, das 1977 implantiert wurde und die Basis für das moderne CI von heute bildet. Damit war der Grundstein für das erfolgreiche Unternehmen gelegt, das 1990 die ersten Mitarbeiter aufnahm. Heute beschäftigt MED-EL weltweit mehr als 2200 Personen aus ca. 75 Nationen in 30 Niederlassungen.
Das Unternehmen bietet die größte Produktpalette an implantierbaren und implantationsfreien Lösungen zur Behandlung aller Arten von Hörverlust; Über 200.000 Menschen in 124 Ländern hören mithilfe eines Produkts von MED-EL.
Mehr zu MED-EL auf https://medel.com
Transkript anzeigen
00:00:00: Früher haben nur komplett taube Patienten ein Cochlea-Implantat erhalten.
00:00:05: Heute wissen wir, dass das Cochlea-Implantat
00:00:07: auch sehr sinnvoll ist für Patienten, die noch ein gewisses Restgehör haben.
00:00:12: Das heißt, die sind nicht komplett taub, aber schon so schwerhörig,
00:00:16: dass es mit Hörgerät nicht mehr funktioniert.
00:00:18: Und dann ist eben die große Kunst, dass wir trotz Eröffnen des Innenohrs
00:00:23: und trotz Einsetzen dieser feinen Elektrode,
00:00:26: wollen wir dieses Restgehör erhalten, weil wir wissen,
00:00:30: wenn wir nach der Operation, sowohl Cochlea-Implantat nutzen können,
00:00:34: als auch das Restgehör, also das akustische Hör, erhalten können,
00:00:38: hören diese Patienten noch besser.
00:00:51: Hörgespräche.
00:00:53: Sinnvolles aus dem Leben.
00:00:59: Herzlich willkommen bei einem weiteren Hörgespräch:
00:01:02: Sinnvolles aus dem Leben.
00:01:03: Wenn Sie bis jetzt die Hörgespräche nur gehört haben,
00:01:06: dann sind Sie vielleicht ein bisschen neugierig geworden,
00:01:08: wie das Studio-Setting so aussieht, dann klicken Sie doch mal auf YouTube,
00:01:12: Hörgespräche und Raute, und dann können Sie zum Beispiel
00:01:16: unser heutiges Gespräch gleich einmal auch anschauen.
00:01:19: Natürlich das Ganze auch untertitelt, ist eh klar.
00:01:21: Wir freuen uns auf ein neues Hörgespräch und Sie wissen, es geht ums Thema „Hören“.
00:01:25: Wir widmen uns jetzt voll und ganz unseren neuen Gast –
00:01:28: ich freue mich sehr, dass er da ist –
00:01:30: für den das Hören so wichtig ist, dass er es zu seinem Beruf gemacht hat.
00:01:33: Ganz, ganz schönes Thema.
00:01:34: Professor Dr. Christoph Arnolder ist hier,
00:01:36: Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
00:01:39: und jetzt der Leiter der HNO Universitätsklinik Wien vom AKH.
00:01:43: Schön, dass Sie da sind, ich freue mich sehr.
00:01:45: -Danke für die Einladung. -Jetzt bin ich gespannt:
00:01:47: Hören, was bedeutet das für Sie?
00:01:50: Na ja, das ist eine gute Frage.
00:01:52: Zum einen ist es natürlich der Schwerpunkt meiner täglichen Arbeit
00:01:56: und allein deswegen nimmt es einen zentralen Stellenwert ein.
00:02:00: Aber auch bedeutet es deswegen sehr viel, weil einem bewusst wird,
00:02:06: wenn das Hörvermögen eingeschränkt ist, was das für die Betroffenen bedeutet,
00:02:10: und das geht einfach darüber hinaus, nicht kommunizieren zu können.
00:02:14: Es bedeutet dieses Abgeschnittensein von der Umwelt,
00:02:18: der fehlende Austausch mit Menschen,
00:02:21: letztendlich oft eine total schlechte Stimmung, Depression.
00:02:26: Und ich glaube, man unterschätzt das oft, und landläufig heißt es oft:
00:02:32: „Na ja, nicht hören ist nicht so schlimm, nicht sehen wäre für mich schlimmer.“
00:02:38: Aber eigentlich weiß man, dass es eher umgekehrt ist.
00:02:42: Wenn man nichts sieht,
00:02:43: kann man immer noch mit der Umwelt kommunizieren,
00:02:46: und wenn man nicht hört,
00:02:47: dann ist man wirklich von den Menschen getrennt,
00:02:49: und das ist letztendlich ein Riesenproblem.
00:02:53: Was hat Sie zur Fachrichtung HNO geführt?
00:02:57: War das immer schon klar oder hat sich das erst im Laufe Ihrer Zeit …
00:03:05: Mein Vater war HNO-Arzt, dadurch hat sich das schon …
00:03:10: Sozusagen war das immer in der engeren Auswahl.
00:03:12: Meine Mutter, Internistin, so mit Herzkatheter,
00:03:16: fand ich aber auch sehr interessant.
00:03:18: Aber letztendlich, im Laufe des Studiums habe ich gemerkt,
00:03:22: dass mir diese feine Arbeit, wie wir es beim Operieren am Ohr,
00:03:27: aber auch in anderen Bereichen im HNO-Bereich machen,
00:03:31: einfach sehr gefällt, und dann hat es sich immer mehr in die Richtung entwickelt
00:03:34: und hat sich dann gut ergeben.
00:03:37: Auch die Richtung Cochlea-Implantate?
00:03:39: Ja, das war fast ein Zufall.
00:03:43: Ich war eigentlich ein Famulant an der Klinik hier
00:03:48: und einer der Oberärzte, der diese Cochlea-Implantate
00:03:53: zu der Zeit durchgeführt hat,
00:03:54: hat mich für eine wissenschaftliche Mitarbeit angeregt.
00:03:58: Und das ist natürlich ein Thema, wenn man sich damit mal beschäftigt,
00:04:03: das einen nicht mehr so leicht loslässt,
00:04:05: weil einen Sinn wiederherzustellen, das glaubt man anfangs gar nicht,
00:04:11: wie gut das funktionieren kann.
00:04:12: Und da bin ich dann tatsächlich hängengeblieben.
00:04:15: Wir haben hier sogar ein ganz neues Cochlea-Implantat liegen.
00:04:20: Wenn Sie uns das vielleicht auch kurz mal ein bisschen erklären.
00:04:23: -Ja. -Es gibt immer wieder Hörer und Seher,
00:04:27: die noch nicht wissen: Was ist ein CI?
00:04:30: Was ist ein Cochlea-Implantat? Was macht das?
00:04:33: Es kann die Welt verändern.
00:04:35: Absolut, absolut und das ist wirklich nicht übertrieben.
00:04:38: Also prinzipiell ist es so, dass bei den meisten Patienten,
00:04:43: die nicht mehr hören, sind die ganz feinen Haarzellen
00:04:46: in der Schnecke ausgefallen.
00:04:49: Und diese feinen Haarzellen wachsen nicht nach beim Menschen.
00:04:53: 13.000 gibt es, glaube ich, oder?
00:04:55: Ja, so circa.
00:04:56: Das heißt, man bekommt sozusagen bei der Geburt ein Konto an Haarzellen mit
00:05:02: und je weniger wir auf die aufpassen, manchmal auch durch Erkrankungen,
00:05:06: desto weniger Haarzellen werden das.
00:05:08: Und weniger Haarzellen bedeutet schlechter hören
00:05:11: und das kann man anfangs kompensieren mit Hörgeräten,
00:05:14: aber irgendwann ist ein Punkt oft erreicht,
00:05:17: wo die Hörgeräte eben nicht mehr helfen.
00:05:20: Und dann können wir mithilfe dieser Cochlea-Implantate
00:05:23: die Haarzellen zwar nicht ersetzen,
00:05:25: aber wir können sozusagen einen Schritt näher Richtung Gehirn gehen
00:05:31: mit der Reizentstehung.
00:05:33: Das heißt konkret,
00:05:35: wir sehen da den inneren Teil des Cochlea-Implantates,
00:05:39: da ist hier eine Spule, und dann haben wir eine Elektrode,
00:05:42: eine Stimulationselektrode, und die wird in die Schnecke eingeführt,
00:05:46: in die Schnecke, wo sonst die Haarzellen sind.
00:05:49: Bei Betroffenen, die schlecht hören,
00:05:50: sind eben diese Haarzellen nur noch sehr wenig da.
00:05:54: Und sozusagen unter Umgehung der kaputten Haarzellen
00:05:58: stimuliert diese Elektrode direkt den Hörnerv.
00:06:01: Und dieser Reiz wird dann über den Hörnerv zum Gehirn weitergeleitet.
00:06:05: Also es ist, wenn man so möchte, eine Umleitung und ein kurzer Weg,
00:06:12: sozusagen, wir hören ohne Haarzellen
00:06:14: und durch direkte Stimulation des Hörnerven.
00:06:18: Und was wir dann noch brauchen,
00:06:20: ist letztendlich der äußere Teil des Cochlea-Implantates.
00:06:24: -Den wir dann sehen? -Den wir dann sehen.
00:06:26: Man muss sich vorstellen, die Haut über dem Cochlea-Implantat
00:06:28: ist verschlossen und man sieht primär gar nichts.
00:06:32: Zwei Wochen nach der Operation sind die Haare wieder etwas nachgewachsen,
00:06:36: die Wunde ist verheilt und man sieht primär nicht,
00:06:38: dass der oder die Patient:in ein Cochlea-Implantat trägt.
00:06:41: Aber dann wird es erst richtig spannend.
00:06:43: Nach zwei Wochen circa wird dann der äußere Teil
00:06:47: das erste Mal auf das Implantat aufgesetzt und dann beginnt der Patient zu hören.
00:06:53: Und dieser Teil wird außen eben getragen, ähnlich wie ein Hörgerät.
00:06:57: Und hier wird das akustische Signal aufgenommen,
00:07:03: und dann letztendlich von diesem Prozessor in ein elektrisches Signal umgewandelt,
00:07:11: und durch die intakte Haut an das Implantat gesendet.
00:07:14: Und so hören wir dann letztendlich.
00:07:16: Es ist nicht sehr groß, wenn Sie das jetzt gerade hören.
00:07:18: Wir haben hier das Cochlea-Implantat vor uns liegen.
00:07:22: Wie groß – würden Sie sagen – ist der Innenteil?
00:07:25: Na ja, der Innenteil ist circa zwei Zentimeter groß,
00:07:29: der Körper des Implantates.
00:07:31: Und dann diese Elektrode, die übrigens genau angepasst wird
00:07:35: an die Bedürfnisse des Patienten, misst maximal drei Zentimeter.
00:07:40: Bei manchen Patienten reicht eine kürzere Elektrode.
00:07:43: Und hier ist es eben sehr schön,
00:07:45: dass wir wirklich sozusagen maßgeschneidert das verwenden können,
00:07:49: was der oder die Betroffene braucht.
00:07:51: Da wird vor der Operation tatsächlich die Schnecke abgemessen.
00:07:56: Es wird geschaut, ob etwa ein Restgehör noch da ist,
00:07:58: und dann wird individuell die beste Elektrode gewählt,
00:08:03: und eben bezüglich Länge und bezüglich Dicke angepasst an das,
00:08:07: was wir brauchen.
00:08:09: Jetzt ist diese Hörstörung, dieses Thema Hörstörung, weitverbreitet.
00:08:14: Es gibt ganz, ganz viele Menschen.
00:08:15: Nimmt das mehr zu oder ist das jetzt nur mein subjektiver Eindruck?
00:08:20: Ja, es stimmt, es nimmt zu.
00:08:23: Die WHO sagt, das ist die Endemie der Sinne sozusagen.
00:08:28: Die Hörstörungen nehmen massiv zu.
00:08:31: Letztendlich deswegen auch,
00:08:34: weil in der Bevölkerung ein bisschen das Bewusstsein dafür fehlt.
00:08:38: Viele – schauen Sie auf die Straße in die U-Bahn –
00:08:41: fast alle tragen Kopfhörer, EarPods.
00:08:45: Viele gehen auf Konzerte und schützen dabei nicht ihre Ohren.
00:08:48: Und vor allem dieses Freizeitverhalten, das leider oft nicht ganz richtig ist,
00:08:55: trägt dazu bei, dass tatsächlich Hörstörungen mehr werden.
00:08:58: Kann man sagen: Wie viele sind in Österreich betroffen?
00:09:01: Weiß man das?
00:09:02: Na ja, man weiß, dass es weltweit
00:09:05: circa 150 Millionen Menschen sind,
00:09:11: und österreichweit auch knapp an eine Million grenzen,
00:09:15: die zumindest eine Hörstörung haben, die ein Hörgerät braucht.
00:09:21: Da gibt es wahrscheinlich verschiedene Abstufungen,
00:09:23: wie ich mir vorstellen kann.
00:09:24: Der eine braucht dann einen Hörapparat
00:09:27: und dann geht es dann weiter in Richtung Cochlea-Implantat.
00:09:29: Genau, für den einen reicht ein ganz kleines Hörgerät,
00:09:35: andere brauchen vielleicht schon etwas Stärkere,
00:09:38: bis zu dem Fall, wo eben die Hörgeräte nicht mehr nützen,
00:09:42: und dann ein Cochlea-Implantat eingesetzt wird.
00:09:46: Wir haben vorhin angesprochen,
00:09:47: Sie haben im Mai die Leitung der HNO-Abteilung im AKH übernommen.
00:09:53: Das AKH steht sehr gut da, weltweit der Ruf ist sehr, sehr gut.
00:09:58: Wie hat sich das jetzt in den letzten Jahren entwickelt
00:10:01: und wo möchten Sie,
00:10:02: dass die HNO-Abteilung sich weiterentwickeln wird?
00:10:06: Ja, also es stimmt.
00:10:08: Wir sind zu Recht sehr stolz auf unsere Abteilung.
00:10:12: Es ist nicht nur die erste Ohrenklinik weltweit gewesen.
00:10:17: Politzer, das ist sozusagen der Übervater der Otologie,
00:10:21: der das Fach der Ohrenheilkunde gegründet hat,
00:10:24: hat auch in Wien die erste Klinik gegründet.
00:10:27: Und oft, wenn man reist nach Amerika, die Amerikaner wissen das ganz genau.
00:10:32: Sie sagen: Vienna und Politzer.
00:10:35: Wir sind uns dem oft gar nicht so bewusst,
00:10:36: aber es ist eigentlich eine ganz tolle Tradition.
00:10:39: Und nicht nur, dass wir die älteste Ohrenklinik sind,
00:10:42: tatsächlich hat in Wien auch die erste Cochlea-Implantation
00:10:46: eines Multikanal, also eines Vielkanäligen,
00:10:49: das, was wir heute noch verwenden, Cochlea-Implantates stattgefunden.
00:10:53: Und allein deswegen sind wir sozusagen hier
00:10:57: unserer Geschichte und der Tradition verpflichtet.
00:11:02: Tatsächlich steht unsere Klinik sehr gut da.
00:11:04: Wir haben in fast jedem Bereich, übrigens nicht nur im Hörbereich,
00:11:10: auch im Bereich zum Beispiel der Kopfhalschirurgie, der Tumoren,
00:11:14: des HNO-Bereiches oder der Nasenheilkunde Oberärzte,
00:11:20: die fast alle eine internationale Ausbildung gemacht haben.
00:11:25: Das gibt es im deutschsprachigen Raum eigentlich gar nicht.
00:11:28: Und auch im Bereich der Wissenschaft sind wir in vielen Bereichen wirklich
00:11:33: hier maßgebend an neuen Entwicklungen beteiligt,
00:11:37: und so soll es auch weitergehen.
00:11:39: Also, ich glaube, der Status quo ist gut.
00:11:43: Uns ist wichtig, und mir ist wichtig,
00:11:45: dass der trotz nicht immer leichter Umstände erhalten bleibt,
00:11:50: und dass wir uns noch weiter in diese Richtung entwickeln.
00:11:54: Zum Beispiel, dass auch andere Bereiche der HNO-Heilkunde
00:11:59: im Grundlagenforschungsbereich hier wirklich an die Weltspitze anschließen.
00:12:05: Also, ich wollte gerade sagen, HNO-Abteilung bezüglich Forschung
00:12:07: und auch bei Versorgung der Patienten. Das muss man auch sagen.
00:12:10: Genau, also das ist wirklich sozusagen-
00:12:12: Hat schon die Nase vorne.
00:12:14: In unserer DNA drinnen.
00:12:16: Wir wollen die Patienten gut versorgen, deswegen sind wir alle Ärzte geworden,
00:12:21: aber wir wollen auch den Fachbereich, das Gebiet weiterbringen.
00:12:26: Und das geht halt nur mit Forschung.
00:12:28: Und das Tolle ist schon in Wien,
00:12:31: dass wir aufgrund der großen Patientenzahlen
00:12:33: wirklich sehr anwendungsorientiert forschen können.
00:12:38: Wir sind nicht nur ein Institut, das ganz wenige Patienten sieht,
00:12:42: so wie es manchmal in Amerika der Fall ist,
00:12:44: sondern wir haben hohe Patientenzahlen und gleichzeitig gute Forschung,
00:12:47: und dieser Mix ist, glaube ich, ganz wichtig, um das Feld voranzubringen.
00:12:53: Weil Sie Forschung angesprochen haben, gleich nebenan, Tür an Tür quasi,
00:12:56: liegt das Christian Doppler Labor für Inner Ear Research,
00:13:00: also für die Innenohrforschung.
00:13:03: Sie haben das mitgegründet oder gegründet.
00:13:06: Was war da die Motivation? Was hat das gebraucht?
00:13:09: Die Motivation ist eigentlich gar nichts, auf was wir so stolz sein können,
00:13:15: weil letztendlich vieles,
00:13:18: gerade was das Ohr und was das Schlechthören betrifft,
00:13:22: wissen wir gar nicht.
00:13:23: Wir wissen, wie wir das Hören ersetzen können.
00:13:26: Das habe ich zuerst geschildert, wenn die Haarzellen kaputt sind,
00:13:28: dass wir mit dem Implantat direkt den Hörnerv reizen.
00:13:32: Aber bei anderen Dingen, wie zum Beispiel Hörsturz oder Tinnitus,
00:13:37: wissen wir gar nicht, warum das passiert.
00:13:39: Man muss sich vorstellen, das Innenohr ist sehr klein.
00:13:43: Das ist ungefähr so groß wie ein Centstück.
00:13:46: Liegt ganz tief im härtesten Knochen des Menschen im Felsenbein.
00:13:50: Und eigentlich, wenn wir das machen, was wir bei anderen Organen machen,
00:13:54: wenn wir eine Probe nehmen, um es zu untersuchen,
00:13:56: das kann man bei der Leber, das kann man bei der Lunge,
00:13:59: wenn man das beim Ohr macht, ertaubt man.
00:14:02: -Das heißt- -Sehr heikel.
00:14:04: Sehr heikel, sehr klein, sehr versteckt.
00:14:08: Und vieles, was im Innenohr passiert, verstehen wir bis heute nicht.
00:14:12: Und das ist letztendlich einer der Hauptgründe, warum wir finden,
00:14:18: dass dieser Bereich besser beforscht werden muss.
00:14:22: Und so kam es letztendlich auch zur Gründung des Christian Doppler Labors.
00:14:28: -Und da sind Sie nach wie vor? -Das leite ich nach wie vor.
00:14:31: Vielleicht zur Erklärung,
00:14:32: das ist sozusagen der Brückenschlag zwischen Universität und Industrie.
00:14:39: Das heißt, die Republik Österreich verdoppelt
00:14:44: die Forschungsaufwendungen der Industrie.
00:14:49: Natürlich nach einem ganz harten Ausleseverfahren,
00:14:53: da braucht es internationale Gutachter, dass so ein Labor bewilligt wird.
00:14:59: Aber dann, wenn es so weit ist und nicht alle schaffen diesen Prozess,
00:15:04: aber wenn das Projekt bewilligt und das Labor bewilligt wird,
00:15:08: dann verdoppelt eben die Republik Österreich
00:15:12: den Forschungsaufwand der Industrie.
00:15:14: Und so kann man sehr gut letztendlich,
00:15:18: und auch ausgestattet mit dem nötigen Volumen,
00:15:20: ganz spezielle Themen beforschen,
00:15:23: und es ist meist so eine bilaterale Befruchtung, sozusagen.
00:15:28: Also, die Universität profitiert natürlich von der Forschung,
00:15:32: aber letztendlich sind das auch immer Themen,
00:15:34: die auch viel die Industrie,
00:15:36: in unserem Fall eben der Implantatindustrie der Firma MED-EL,
00:15:42: weiterbringt, und das ist eben eine sehr tolle Sache.
00:15:47: Ganz, ganz wichtig auch die Zusammenarbeit
00:15:49: zwischen Cochlea-Implantat-Erzeugern wie MED-EL und euch.
00:15:54: -Das ist ganz wichtig. -Absolut.
00:15:55: Dass man sich gegenseitig auch immer wieder über Fortschritte informiert.
00:15:58: Absolut, es gibt sozusagen einen klaren Projektplan
00:16:02: über die nächsten sieben Jahre,
00:16:04: aber dennoch haben wir zum Beispiel 30 % wissenschaftlichen Freiraum,
00:16:09: den wir ganz frei gestalten können.
00:16:11: Und das lässt uns auch eine gewisse Flexibilität zu,
00:16:15: und etwa auch, um auf aktuelle Entwicklungen eingehen zu können.
00:16:19: Weil Sie vorher angesprochen haben,
00:16:21: Hörsturz, Tinnitus, man weiß so wenig darüber,
00:16:23: aber da wird sehr, sehr viel Kortison meistens gegeben.
00:16:25: Hatte hier schon einige Gäste bei den Hörgesprächen,
00:16:29: wie Viktor Gernot und so weiter, die gleich auf der Bühne Hörstürze hatten,
00:16:34: und dann viel Kortison bekommen haben.
00:16:36: Ist das jetzt gar nicht mehr so?
00:16:37: Ja, was Sie ansprechen.
00:16:40: Das ist gar nicht was Neues?
00:16:41: Das haben Sie, hat man Ihnen gut geflüstert.
00:16:44: Tatsächlich ist es so, wir haben jahrzehntelang nicht nur Kortison gegeben,
00:16:51: von dem gar nicht klar ist, ob es irgendwas am Ohr macht.
00:16:55: Wir haben es auch in sehr hohen Dosen gegeben.
00:16:57: Also, das war immer so Dosen,
00:16:59: die eigentlich in der Medizin bei Kortison unüblich sind.
00:17:02: Ich kam mich an viele Gespräche mit Orthopäden, zum Beispiel, erinnern,
00:17:07: die gesagt haben: „Um Gottes Willen,
00:17:08: so hohe Dosen, das ist ganz schlecht für die Knochen.“
00:17:11: Und eigentlich haben wir immer gesagt und haben gedacht, das muss so sein,
00:17:15: weil nur so kommt dieses Kortison auch im Innenohr an.
00:17:19: Und in den letzten zwei, drei Jahren konnten wir lernen,
00:17:24: aufgrund von einer multizentrisch, also an verschiedenen Orten durchgeführt,
00:17:30: einer ganz hochwertigen Studie,
00:17:32: dass diese hohen Dosen gar nicht notwendig sind.
00:17:34: Und das ist ganz wichtig und das zeigt, wie wichtig eben Evidenz ist.
00:17:39: Es hilft nicht, wenn man es nur sozusagen das Wissen weitergibt,
00:17:44: im Glauben, dass es richtig ist.
00:17:45: Man muss es wirklich auch prüfen und Evidenz schaffen.
00:17:48: Und jetzt lernen wir zum Beispiel, siehe da,
00:17:51: diese hohen Dosen sind gar nicht notwendig.
00:17:53: Und im Gegenteil, die Annahme, hohe Dosen ist besser als niedrige,
00:18:00: ist sogar falsch.
00:18:01: Hohe Dosen machen ein schlechteres Outcome.
00:18:05: Das ist das eine, also weg von hohen Dosen beim Kortison.
00:18:08: Und die nächste Frage wird jetzt sein,
00:18:10: und auch da brauchen wir hochwertige Studien:
00:18:12: Bringt Kortison überhaupt etwas?
00:18:15: Und es könnte durchaus sein, dass die Erkenntnis ist,
00:18:19: Kortison bringt nicht mehr, als wenn man ein Scheinmedikament,
00:18:23: also ein Placebo, schluckt.
00:18:24: Und das ist schon sehr spannend und ganz wichtig, dass man da dahinter kommt.
00:18:30: Auch da sind wir führend international?
00:18:32: Na ja, diese klinischen Studien kommen aus Deutschland,
00:18:35: aber wir wirken zumindest mit.
00:18:37: Das ist gut.
00:18:39: Da gibt es jetzt diesen Wirkstoff, diesen mysteriös klingenden Namen.
00:18:41: Der wird jetzt eingesetzt oder laufen da gerade Versuche?
00:18:45: Also, es gibt einen Wirkstoff, der heißt AC102.
00:18:49: Das ist ein Code, da steckt der Firmenname drinnen.
00:18:53: Audiocure ist der Firmenname und 102 war das Molekül, das es eben hier gibt,
00:18:58: die besten Ergebnisse, zumindest in den Vorversuchen gebracht hat.
00:19:03: Und tatsächlich dieses Medikament, da haben wir wirklich weltweit
00:19:07: am meisten damit bis jetzt gearbeitet,
00:19:10: nämlich vom Labor bis tatsächlich in den Menschen.
00:19:15: Und da haben wir große Hoffnung, dass das jetzt wirklich die Therapie
00:19:20: bei Hörstörungen revolutionieren könnte, und zwar beim Hörsturz vielleicht,
00:19:25: ein neues Medikament.
00:19:26: Und da wird das jetzt gerade auch getestet.
00:19:30: Das heißt, Hörsturzpatienten bekommen entweder das Medikament ins Ohr gespritzt,
00:19:35: oder ein Placebo-Medikament.
00:19:37: Das ist ja ganz wichtig.
00:19:39: Aber auch bei so Dingen wie Cochlea-Implantation
00:19:43: kann dieses Medikament vielleicht die Strukturen im Innenohr
00:19:48: noch besser schützen als unsere feinen Techniken.
00:19:50: Und da bin ich schon vorsichtig optimistisch,
00:19:54: dass wir vielleicht in zwei, drei Jahren hier wieder sitzen,
00:19:57: und ich Ihnen sagen werde, Kortison war jahrzehntelang ein Blödsinn leider,
00:20:04: und wir haben jetzt was viel Besseres.
00:20:06: Aber noch ist das eine Hoffnung, und oft werde ich gefragt:
00:20:12: „Du forscht ja so viel mit dem Medikament.
00:20:14: Jetzt sage uns einmal, was kommt da jetzt raus bei dem Hörsturz?“
00:20:17: Aber die Wahrheit ist, es ist verblindet, nicht nur für den Patienten,
00:20:21: sondern auch für uns Ärzte.
00:20:23: Und da kann man nicht reinschauen und ein bisschen reinschummeln sozusagen,
00:20:30: was jetzt rauskommt, sondern das ist alles hochoffiziell.
00:20:34: Und erst, wenn der letzte Patient eingeschlossen und abgeschlossen ist,
00:20:38: mit den Hörtests, können wir da was sagen dazu.
00:20:40: Aber es ist Hoffnung.
00:20:41: Die Hoffnung ist groß.
00:20:43: Auch, weil wir in den Versuchen davor im Labor Ergebnisse gehabt haben,
00:20:49: die wir vorher noch nie hatten, und auch nie mit dem Cortison hatten.
00:20:52: Also über die Tierversuche ist man schon drüber hinaus.
00:20:55: -Man ist jetzt schon … -Man ist … Genau.
00:20:57: Man muss sich das so vorstellen, es beginnt in der Petrischale sozusagen.
00:21:02: Da schaut man, ob irgendwelche Entzündungsfaktoren gehemmt werden.
00:21:05: Dann, ob man es will oder nicht, gibt es auch Tierversuche.
00:21:10: Und wenn die Tierversuche positiv sind,
00:21:13: dann gibt es den Wechsel in Menschen.
00:21:17: Das haben wir gemacht bei gesunden Patienten.
00:21:21: Da ging es wirklich nur darum, wird dieses Medikament überhaupt vertragen?
00:21:24: Das waren freiwillige Probanden.
00:21:27: Da haben wir gesehen, es wird gut vertragen.
00:21:28: Und jetzt sind wir schon im nächsten Schritt im Menschen,
00:21:30: dass eben kranke Patienten das bekommen,
00:21:33: und konkret sind das Hörsturzpatienten.
00:21:36: Wir haben vorher das schon kurz angesprochen, dieses Restgehör.
00:21:40: Es gibt jetzt auch durch das Doppler-Institut diese Genforschung.
00:21:45: Wie kann man da das Restgehör erhalten?
00:21:51: Wie ist da die Forschung, der Stand der Forschungen momentan?
00:21:55: Also prinzipiell, was man vielleicht noch kurz erklären muss:
00:22:00: Früher haben nur komplett taube Patienten ein Cochlea-Implantat erhalten.
00:22:05: Heute wissen wir, dass das Cochlea-Implantat
00:22:08: auch sehr sinnvoll ist für Patienten, die noch ein gewisses Restgehör haben.
00:22:12: Das heißt, die sind nicht komplett taub, aber schon so schwerhörig,
00:22:16: dass es mit Hörgerät nicht mehr funktioniert.
00:22:19: Und dann ist eben die große Kunst, dass wir trotz Eröffnung des Innenohrs
00:22:23: und trotz Einsetzen dieser feinen Elektrode,
00:22:26: wollen wir dieses Restgehör erhalten, weil wir wissen,
00:22:30: wenn wir nach der Operation sowohl Cochlea-Implantat nutzen können,
00:22:34: als auch das Restgehör, also das akustische Hör, erhalten können,
00:22:38: hören diese Patienten noch besser.
00:22:40: So, und dieses Restgehör zu erhalten ist eben nicht einfach.
00:22:43: Da kann man besonders dünne Elektroden verwenden,
00:22:46: man kann einen Roboter verwenden, um die Elektrode ganz langsam zu inserieren,
00:22:51: und man kann letztendlich Medikamente geben,
00:22:55: um das Restgehör möglichst zu schützen.
00:22:58: Da wird AC102 eine Rolle spielen,
00:23:00: das, was wir eben gerade im Hörsturzpatienten testen,
00:23:04: aber wahrscheinlich auch andere Faktoren, vielleicht auch eine Gentherapie,
00:23:08: weil wir gerade jetzt in den letzten Monaten
00:23:11: und ein, zwei Jahren lernen,
00:23:14: dass Gentherapie, das, wovon man Jahre und jahrzehntelang geträumt hat,
00:23:19: Gentherapie im Ohr funktioniert.
00:23:24: Und momentan tut sich wirklich sehr viel.
00:23:26: Das könnte schon noch einmal dieses ganze Feld mit Implantaten,
00:23:32: mit Restgehörerhalt, mit Medikamenten,
00:23:36: die wir ins Innenohr bringen möchten revolutionieren,
00:23:39: weil es etwas ist, was wir bis jetzt nicht hatten.
00:23:42: Da gab es jetzt einen Anlassfall.
00:23:45: Ein österreichisches Kind, das in Deutschland operiert wurde,
00:23:47: von Ihnen operiert wurde.
00:23:49: Können Sie uns das kurz erklären, wie es dazu kam?
00:23:51: Also ja, jahrzehntelang hat man versucht,
00:23:57: bei Kindern oder Patienten, die schlecht hören,
00:24:01: aufgrund eines Gendefekts, eine Gentherapie zu bewirken
00:24:07: und so das Hören wiederherzustellen.
00:24:09: Das hat bei Tieren, bei Mäusen funktioniert,
00:24:13: aber nie so wirklich beim Menschen.
00:24:16: Bis letztes Jahr erstmals aus China berichtet wurde,
00:24:20: dass es zwei Patienten gibt,
00:24:22: die bei einer ganz seltenen Form der Schwerhörigkeit,
00:24:26: aber doch auch eine Form, die in Österreich vorkommt,
00:24:28: aber generell eine seltene Form, und die nach dieser Gentherapie gehört haben.
00:24:35: Und jetzt haben wir gesagt: „Das ist natürlich spannend,
00:24:38: da wollen wir mit dabei sein“, und haben unsere Kinder,
00:24:43: die ein Cochlea-Implantat bekommen,
00:24:45: die werden eigentlich immer auch genetisch getestet.
00:24:48: Bis jetzt eigentlich mehr als Zusatzinformation,
00:24:51: um vielleicht auch etwas sagen zu können,
00:24:53: wie gut wird das mit dem Cochlea-Implantat funktionieren.
00:24:57: Aber wir mussten lernen, es reicht uns nicht,
00:25:00: wenn wir es nach der Cochlea-Implantation wissen,
00:25:03: den genetischen Background, den genetischen Fingerabdruck,
00:25:06: sondern wir müssen das eigentlich schon vorher wissen,
00:25:08: weil für diese seltene Form der genetisch bedingten Schwerhörigkeit,
00:25:13: man nennt das Otoferlin-Schwerhörigkeit,
00:25:16: könnte es eine Alternative zum Cochlea-Implantat geben,
00:25:19: eben diese Gentherapie, die in China begonnen hat.
00:25:24: Und was bedeutet das für uns Kliniker?
00:25:27: Na ja, wir müssen diese Kinder, bevor wir noch ein Cochlea-Implantat anbieten,
00:25:32: müssen wir wissen, was ist der genetische Hintergrund?
00:25:35: Das heißt, wir müssen die sehr schnell genetisch testen.
00:25:38: Und das haben wir in Zusammenarbeit mit dem genetischen Institut hier
00:25:41: auf der Währinger Straße geschafft, dass wir diese Information schon noch
00:25:44: in ein bis zwei Monaten bekommen.
00:25:46: Das heißt, wenn wir das Kind mit drei Monaten erstmals untersuchen,
00:25:51: wissen wir bis spätestens fünf, sechs Monate,
00:25:53: was der genetische Hintergrund ist.
00:25:55: Und tatsächlich haben wir eben ein taubes Kind
00:25:58: von unseren CI-Kandidaten herausgefiltert,
00:26:01: das diese seltene Mutation der Otoferlin-Schwerhörigkeit hat.
00:26:06: Haben dann lange Gespräche geführt mit dem Vater.
00:26:09: Das ist übrigens eine Familie, wo auch ein Geschwisterkind
00:26:14: sehr erfolgreich mit Cochlea-Implantaten versorgt wurde.
00:26:18: Das durfte ich vor etlichen Jahren operieren.
00:26:20: Aber bei der kleinen Schwester jetzt stellte sich eben die Frage: Was machen?
00:26:27: Und nämlich das etablierte Cochlea-Implantat
00:26:31: oder doch vielleicht diese Studie mit der Gentherapie versuchen.
00:26:35: Und trotz der wirklich guten Erfolge mit dem Cochlea-Implantat,
00:26:40: hat die Familie dann gesagt, na ja, sie würden das gerne in Angriff nehmen.
00:26:45: Das heißt, nach weiteren Untersuchungen, vielen Reisen nach Tübingen,
00:26:51: durfte ich dann dieses Kind im Juli in Tübingen operieren,
00:26:57: und wir wissen mittlerweile, es hört.
00:27:02: Und das ist schon ein ganz toller Erfolg und ist natürlich etwas,
00:27:07: was für nur ganz wenige Kinder überhaupt infrage kommt,
00:27:10: aber schon etwas sehr Schönes, wenn man vielleicht der Familie
00:27:16: mehrere Optionen geben kann und sagen kann,
00:27:20: man kann auch eine Gentherapie machen.
00:27:22: Und sollte die nicht funktionieren, hat man immer noch die Möglichkeit
00:27:25: eines Cochlea-Implantates.
00:27:28: Ich glaube, 1000 Kinder pro Jahr sind in Österreich, die taub geboren werden,
00:27:32: und das ist nur ein Bruchteil davon, die in diese Schiene kommen.
00:27:36: Sie haben so viele OPs schon gemacht.
00:27:39: Wie ist das, wenn die Kinder zum ersten Mal wieder hören?
00:27:43: Was für ein Gefühl ist das für Sie als Arzt?
00:27:45: Das muss doch jedes Mal-
00:27:47: Also, das stimmt.
00:27:48: -Ein wunderschönes Wunder sein, oder? -Absolut, absolut.
00:27:51: Also, es ist mit Abstand das Beste, was wir machen können als HNO-Ärzte.
00:27:56: Man bekommt wahnsinnig viel zurück von den Patienten.
00:27:59: Wieder hören zu können, für die, die schon einmal gehört haben,
00:28:03: ist ein Wahnsinnssegen, aber es ist natürlich auch ganz toll
00:28:07: und sehr emotional jedes Mal, wenn die Eltern dann berichten,
00:28:11: ja, jetzt merken sie, das Kind reagiert, es spricht die ersten Wörter,
00:28:16: und das ist wirklich das, was unseren Beruf ausmacht,
00:28:20: und was uns so viel zurückgibt.
00:28:22: Und auch, wenn ich das so sagen darf, dass andere Berufe,
00:28:26: die vielleicht auch eine tolle Position einnehmen
00:28:33: und ein tolles Team hat,
00:28:35: aber das von den Patienten zurückzubekommen,
00:28:38: was wir da haben, ist einzigartig.
00:28:41: Gibt es einen Fall, wo Sie sagen, der mich so beschäftigt hat,
00:28:45: der, wo Sie sagen, das war echt toll?
00:28:48: Na ja, das ist jedes Jahr was ganz besonders.
00:28:51: Aber ich kann Ihnen sagen, vor drei Wochen hat die Schule begonnen
00:28:55: und wir haben meine jüngste Tochter eingeschult in die Volksschule,
00:29:02: und da gab es ein Mädchen, das ist mittlerweile sechs Jahre alt,
00:29:09: und ich habe das eigentlich längere Zeit nicht gesehen.
00:29:13: Und die Mutter hat mich angesprochen.
00:29:16: Ich wusste zuerst nicht genau, welche Familie ist das jetzt?
00:29:19: Ist das eine Mandeloperation gewesen oder was anderes?
00:29:22: Aber tatsächlich war es so, erst wie ich genau hingeschaut habe,
00:29:25: habe ich dann gesehen, dass das ein Mädchen ist,
00:29:27: das beidseitig Cochlea-Implantate hat, und dann habe ich sie eben begrüßt,
00:29:31: und konnte mit ihr eigentlich wirklich so reden, als würde sie ganz normal hören.
00:29:37: Und diese Tatsache, dass das Kind, es geht leider nicht in dieselbe Klasse,
00:29:42: aber immerhin in dieselbe Schule, in eine ganz normale Regelschule
00:29:45: geht wie meine Tochter,
00:29:46: das hat mich schon wirklich berührt und habe mir gedacht:
00:29:49: „Wahnsinn, wie cool ist das?“
00:29:52: Man merkt dem Kind eigentlich gar nicht an,
00:29:55: mit was für einer Beeinträchtigung es geboren wurde,
00:29:58: und jetzt geht es mit meiner Tochter in dieselbe Schule.
00:30:01: Und das ist so eins der Momente, das hat man immer wieder mal,
00:30:04: aber da habe ich mir wirklich gedacht: „Coole Sache.“
00:30:07: Ja, wirklich toll, weil Sie gesagt haben, das wird Kindern sehr früh eingepflanzt.
00:30:13: Das heißt, diese regelmäßigen Tests bei Babys, bei Kindern,
00:30:17: sind ganz, ganz wichtig, um darauf zu kommen,
00:30:19: wann braucht denn jemand wirklich ein Cochlea-Implantat?
00:30:21: Absolut. Also ohne, dass wir früh draufkommen,
00:30:26: dass ein Kind schlecht hört, sind die Ergebnisse einfach viel schlechter,
00:30:31: weil wir zu spät reagieren.
00:30:32: Und man hat das ganz klar gesehen, als das Neugeborenen-Hör-Screening,
00:30:37: also der Hörtest,
00:30:38: der in den ersten Lebenstagen nach der Geburt passiert,
00:30:41: noch nicht im Mutter-Kind-Pass verankert war-
00:30:43: Wann war das ungefähr?
00:30:45: Ja, das ist Gott sei Dank schon fast 30 Jahre her.
00:30:49: Aber damals ist man erst so mit circa vier Jahren draufgekommen,
00:30:53: wenn ein Kind schlecht gehört hat.
00:30:54: Also erst wirklich dann, wenn es schon eklatant war,
00:30:58: der Unterschied zu Gleichaltrigen.
00:31:00: Und natürlich, dadurch hat die Versorgung später stattgefunden
00:31:04: und die Ergebnisse waren schlechter.
00:31:05: Heute wissen wir das in den ersten Lebensmonaten,
00:31:08: können früh reagieren mit Hörgeräten oder Implantaten
00:31:11: oder vielleicht auch mit Gentherapie.
00:31:14: Und das ist ganz maßgeblich für ein gutes Ergebnis.
00:31:19: Die Einstellung, einen HNO-Arzt aufzusuchen,
00:31:23: das ist in Österreich vielleicht nicht so beliebt, sage ich jetzt mal.
00:31:26: Warum glauben Sie, ist da so?
00:31:27: Sind wir da speziell in Österreich?
00:31:30: Oder ist das weltweit, also international?
00:31:32: Wir sind speziell in Österreich, ja natürlich.
00:31:34: -Wir sind immer speziell, aber … -Nein, gar nicht speziell.
00:31:36: Na ja, ich meine, ja, Vorsorgeuntersuchungen sind
00:31:42: nicht wahnsinnig beliebt bei uns.
00:31:43: Da gibt es andere Länder, die machen das viel lieber.
00:31:46: Was halt bei uns noch immer dazukommt, ist die Tatsache,
00:31:52: dass Hörgeräte und Hörhilfen nicht sehr beliebt sind,
00:31:56: weil sie halt mit einer Stigmatisierung einhergehen.
00:32:00: Das heißt, zum Ohrenarzt zu gehen, einen Hörtest zu machen,
00:32:04: ist schon mal die erste große Hürde.
00:32:06: Und wenn der einem dann noch sagt:
00:32:08: „Ja, eigentlich bräuchten Sie auch ein Hörgerät“,
00:32:10: dann sind viele sehr unglücklich und nehmen das nicht wahr.
00:32:14: Und das ist etwas, was halt schlecht ist,
00:32:17: weil wir wissen, je länger man das hinauszögert,
00:32:20: desto mehr entwöhnt sich das Gehirn von vielen Geräuschen und vielen Wahrnehmungen
00:32:27: und damit kämpfen wir.
00:32:31: Deswegen machen wir das auch hier, dass man öfter übers Hören spricht,
00:32:34: dass man Awareness macht für das Thema auch.
00:32:36: Und man merkt es auch bei den Gästen, dass sehr viele Probleme haben eigentlich.
00:32:41: Und man muss sie wirklich …
00:32:42: Absolut.
00:32:43: Dass die Leute in die Gänge kommen, dass man was tut.
00:32:46: Absolut. Also, dass ältere Leute sagen,
00:32:50: die Jugend nuschelt alle, ist kein Zufall,
00:32:54: sondern das ist einfach der Tatsache geschuldet,
00:32:57: dass die älteren Leute die hohen Frequenzen nicht hören.
00:33:00: Die hohen Frequenzen quotieren für Konsonanten
00:33:03: und eine Sprache ohne Konsonanten klingt undeutlich.
00:33:06: Also, wenn man genau hinhört und die Leute fragt,
00:33:10: dann kommt man oft schon allein durchs Gespräch drauf,
00:33:13: dass der oder die schlecht hören könnte.
00:33:16: Aber oft sind die Patienten schon Meister des Negierens
00:33:21: und des Hinausschiebens leider.
00:33:23: Aber es gibt schon so tolle kleine Geräte, die man sich hineinstecken kann,
00:33:27: Hörgeräte, die man gar nicht mehr sieht.
00:33:30: Absolut, man sieht sie kaum.
00:33:31: Es sind letztendlich, muss man es so verkaufen, es sind Tools des Alltags.
00:33:37: Wir können streamen ins Gerät, wir können einen Anruf annehmen.
00:33:42: Also mittlerweile trägt eh schon fast jeder auf der Straße irgendwas im Ohr.
00:33:47: Wir müssen nur ein bisschen wegkommen von diesem sozusagen Mief
00:33:51: des reinen Hörgeräts, das gar nicht attraktiv ausschaut.
00:33:55: Und letztendlich ist aber auch die Industrie dem geschuldet,
00:34:00: und muss diese Geräte auch entsprechend designen,
00:34:05: und auch mit allen möglichen Features ausstatten,
00:34:09: sodass es ein Gimmick des Alltags ist.
00:34:12: Das es sexy wird?
00:34:13: Genau, genau.
00:34:14: Da sind wir doch in diesem Bereich.
00:34:16: Die sexy Hörhilfe, genau.
00:34:17: Das wäre gut, ja. Was wünschen Sie sich für Ihre Abteilung?
00:34:20: Wo soll es hingehen?
00:34:22: Na ja, wo soll es hingehen?
00:34:25: Ich durfte ja die letzten zehn Jahre als stellvertretender Leiter
00:34:29: schon vieles mitgestalten.
00:34:30: Dafür bin ich sehr dankbar.
00:34:31: Es wäre jetzt vermessen, zu sagen, dass alles neu sein muss,
00:34:35: aber die Richtung, die wir eingeschlagen haben, muss weitergehen.
00:34:41: Ich habe Ihnen das schon genannt, diese internationalen Fellowships.
00:34:45: Wir hatten letztes Jahr zwei meiner Ärzte in Stanford, drei in Australien,
00:34:50: zeitgleich ein Kollege in Kanada.
00:34:53: Und das gibt es keine Abteilung in Europa,
00:34:57: letztendlich nicht nur in der deutschsprachigen Region,
00:34:59: hat so viele wirklich auf internationalem Niveau trainierte Ärzte.
00:35:04: Und das sind keine Forschungs-Fellowships,
00:35:07: sondern es sind wirklich klinische Fellowships,
00:35:11: wo wir die Patienten letztendlich genauso operieren,
00:35:14: wie sie in Amerika operiert werden, wie sie in Harvard operiert werden,
00:35:18: oder an anderen tollen Häusern.
00:35:19: Und das ist mir ganz wichtig, weil ich glaube, dieser Blick über den Tellerrand,
00:35:24: den brauchen wir.
00:35:25: Es reicht nicht, wenn wir sagen:
00:35:27: „Wir sind eh so super und unsere Geschichte spricht uns.“
00:35:30: Wir müssen einfach am Ball bleiben.
00:35:32: Und das ist etwas, was ich mir absolut wünsche und was auch in die Richtung geht.
00:35:36: Und das andere ist natürlich, wir wollen wirklich nachhaltig
00:35:43: den Bereich der HNO-Forschung,
00:35:47: speziell den Bereich der Hörforschung, weiterbringen.
00:35:51: Das, was wir im Christian Doppler Labor jetzt zum Beispiel geprägt haben,
00:35:56: das Großtier-Modell zur Forschung von Hörschäden,
00:36:01: wird schon von ganz vielen Labors kopiert.
00:36:05: Und das zeigt einfach, dass wir da eine Vorreiterrolle haben.
00:36:09: Und so soll es weitergehen und das soll sich auch auf andere Bereiche
00:36:13: im HNO-Gebiet ausdehnen hoffentlich.
00:36:15: Aber in dem Bereich, kommt mir vor, tut sich sehr viel jetzt.
00:36:18: Tut sich extrem viel.
00:36:19: Wir haben die Gentherapie, wir haben neue Medikamente, wir haben neue Implantate,
00:36:24: die man vielleicht dann gar nicht mehr sieht.
00:36:27: Das heißt, so viel wie in den letzten Jahren
00:36:31: hat sich jetzt schon lange nicht getan, das stimmt.
00:36:33: Wo sehen Sie die Zukunft des Cochlea-Implantats?
00:36:37: Die Zukunft des Cochlea-Implantats ist sehr gut,
00:36:40: und wir werden auch in 50 Jahren noch Cochlea-Implantate machen,
00:36:44: da bin ich mir ganz sicher.
00:36:46: Sie werden immer besser werden, sie werden kleiner werden,
00:36:49: sie werden mehr und mehr jetzt unsichtbar werden.
00:36:52: Wir werden den äußeren Prozessor bald gar nicht mehr brauchen.
00:36:56: Das, was neu sein wird, glaube ich, ist,
00:36:58: dass wir sozusagen das augmented Cochlea-Implantat haben werden.
00:37:03: Das heißt, das Cochlea-Implantat, das gemeinsam mit anderen Faktoren,
00:37:09: Adjuvantien, wenn Sie es sogar so sagen möchten, noch besser wird.
00:37:13: Was könnte das sein?
00:37:15: Das könnte sein, die Kombination eines Cochlea-Implantats mit neuen Medikamenten,
00:37:19: die Kombination mit Gentherapie.
00:37:22: Wenn wir herausfinden, welche Cochlea-Implantat-Kandidaten
00:37:27: trotz perfekter Operation nicht optimal hören werden,
00:37:30: dann können wir danach vielleicht eine ganz spezielle Gentherapie einsetzen,
00:37:36: wo spezielle neurotrophe Faktoren,
00:37:39: also Faktoren, die die Hörnerven ernähren, verabreicht werden.
00:37:44: Und dann wären diese Patienten, die a priori vielleicht schlechte Patienten
00:37:48: oder nicht ganz so gut hörende Patienten wären, sehr gute Patienten.
00:37:51: Das heißt, es wird das Cochlea-Implantat
00:37:55: sozusagen als Basis und als Zentrum
00:38:00: für die hochgradig schwierigen Patienten bleiben,
00:38:03: gespickt mit neuen Medikamenten und neuen Therapieformen,
00:38:08: und das halte ich für ganz, ganz spannend.
00:38:10: Sie haben so viel zu tun.
00:38:13: Wie entspannen Sie eigentlich?
00:38:14: Was machen Sie gerne?
00:38:16: Ja, also zum einen habe ich drei Kinder.
00:38:19: Das ist nicht unbedingt Entspannung.
00:38:21: Die sorgen nicht für Entspannung, aber für Abwechslung, würde ich sagen.
00:38:24: Aber tatsächlich, das sage ich auch meinen jungen Kollegen,
00:38:27: man braucht einen Ausgleich.
00:38:29: Und ich mache eigentlich schon viel Sport trotz meines Berufs.
00:38:33: Ich gehe manchmal in der Früh laufen oder sitze am Abend noch am Fahrrad.
00:38:38: Oder jetzt im Sommer gehe ich sehr gern Wasserski fahren.
00:38:42: Und man braucht das.
00:38:45: Und das sage ich, gebe ich auch so weiter:
00:38:51: Work Hard, Play Hard, Eat Well.
00:38:53: Und ich glaube, nur mit dieser Kombination kommt man weiter.
00:38:58: Nur hart arbeiten allein wird mir irgendwann anstehen,
00:39:02: und auch letztendlich ein soziales Leben, eine Familie, Kinder.
00:39:07: Ohne dem, glaube ich, könnte man nicht
00:39:11: so im Beruf performen, wie es sein kann.
00:39:16: -Also die Balance ist ganz wichtig. -Richtig.
00:39:20: Und die Musik?
00:39:21: Was hören Sie gerne?
00:39:23: Ja, also Musik löst was aus, obwohl ich jetzt selber kein Instrument spiele.
00:39:31: Eigentlich höre ich so ziemlich alles,
00:39:33: was gerade im Radio ist und ich habe es aber sehr gern.
00:39:37: Auch beim Sport höre ich Musik.
00:39:39: Es kann auch manchmal ein bisschen lauter sein, aber auch hier,
00:39:42: es kommt auf die Dosis an und auf die Länge,
00:39:44: aber es ist ein wichtiger Bestandteil.
00:39:49: Also auch mit Kopfhörern beim Laufen?
00:39:51: Auch mit Kopfhörern, aber halt dosiert und nicht den ganzen Tag.
00:39:56: Ich danke Ihnen sehr.
00:39:58: War wunderschön erklärt und ich glaube,
00:40:00: damit werden sehr, sehr viele glücklich sein,
00:40:02: weil dieses Thema doch noch sehr sperrig ist für viele Menschen,
00:40:06: und sie sich noch nicht gut auskennen.
00:40:08: Wir werden das natürlich auch noch zeigen, das Cochlea-Implantat in die Kamera,
00:40:11: dass Sie sich das noch besser vorstellen können.
00:40:13: -Ich bedanke mich sehr. -Sehr gerne.
00:40:15: Dass Sie da waren und in zwei, drei Jahren reden wir vielleicht weiter.
00:40:18: Da gibt es vielleicht neue Erkenntnisse und die würden wir gerne hören.
00:40:21: Vielen Dank. Wir hören uns wieder beim nächsten Hörgespräch
00:40:24: hier an dieser Stelle,
00:40:25: und wie gesagt, noch einmal der Appell an Sie,
00:40:27: wenn Sie neugierig sind, wie das hier ausschaut, wo wir hier sitzen.
00:40:30: Wie finden Sie das Studio?
00:40:32: -Sehr gemütlich und durchaus cool. -Das freut uns.
00:40:35: Dann schauen Sie auf YouTube, Hörgespräch, Raute,
00:40:37: und dann finden Sie uns auch gleich.
00:40:39: Tschüss, bis zum nächsten Mal. Auf Wiedersehen. Auf Wiederhören.
00:40:42: Zum Schluss: Persönliches über das Hören.
00:40:46: Gibt es einen Hörmoment, der Sie besonders berührt?
00:40:50: Na ja, das Lachen meiner jüngsten Tochter.
00:40:53: Das ist so wahnsinnig ansteckend und da kann ich noch so schlecht drauf sein,
00:40:57: das macht mich echt glücklich.
00:41:00: Welches ist Ihr Lieblingsgeräusch?
00:41:03: Ja, Kinderlachen macht mich glücklich, aber auch das Blubbern eines Motorbootes
00:41:10: im See ist sehr beruhigend für mich.
00:41:13: Welche Musik macht Sie glücklich?
00:41:18: Alles außer klassische Musik.
00:41:20: Welche Botschaft haben Sie an unsere Zuseher?
00:41:25: Na ja, dass wir auf unsere Ohren gut aufpassen müssen.
00:41:27: Wir haben nur diese zwei Ohren und jeglichen Schaden,
00:41:31: den wir schon in der Jugend haben, den werden wir nicht mehr los,
00:41:34: und deswegen die Ohren gut zu schützen.
00:41:37: Wäre ihr Leben ohne Gehör anders verlaufen?
00:41:41: Ja, natürlich.
00:41:43: Mein Leben wäre ohne Gehör anders verlaufen, aber ich hoffe,
00:41:47: dass ich Cochlea-Implantate bekommen hätte,
00:41:49: und ein annähernd normales Leben hätte führen können.
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