#49 - Tricky Niki

Shownotes

Hörgespräche: Sinnvolles aus dem Leben – Wöchentliche Interviews mit bewegenden Persönlichkeiten. Mehr dazu auf https://hoerenbewegt.at​​​

Gast: Tricky Niki Moderation: Carola Gausterer

Inhalt der Sendung: Bauchredner, Comedian, Zauberkünstler, Entertainer - Tricky Niki vereint all diese Talente in einer Person. Mit seinen Puppen begeistert er das Publikum auf einzigartige Weise und sorgt mit interaktiver Unterhaltung dafür, dass wirklich niemand nur Zuschauer bleibt.

Warum er nicht auch noch Beatboxer, Arzt oder Extremsportler geworden ist, erzählt uns der charmante Künstler gemeinsam mit seinem Alter Ego Emil im neuen Hörgespräch.

Denn Lachen ist bekanntlich die beste Medizin - gleich nach einer guten Hörversorgung! Davon ist auch unser heutiger Gast überzeugt: Tricky Niki, ein echtes Multitalent und wieder einmal ein ganz wunderbarer Gast im Hörgespräche-Studio.

Über HÖREN BEWEGT: Alles um uns ist Kultur. Sie bedeutet die Gestaltung des Zusammenlebens, Traditionen, Geschichte Politik sowie den künstlerischen Ausdruck einer Gesellschaft. Die Pflege und Entwicklung jeglicher Form von Kultur erfordert zwischenmenschlichen Austausch. Welche entscheidende Rolle ein intaktes Gehör dabei zukommt, zeigt die Initiative HÖREN BEWEGT. Themen und Events zu Leben, Kunst, Bildung und vielem mehr lassen Sie eintauchen in die spannende und wunderbare Welt des Hörens! Mehr zur Initiative HÖREN BEWEGT auf https://hoerenbewegt.at​​​

Über MED-EL: MED-EL Medical Electronics, führender Hersteller von implantierbaren Hörlösungen, hat es sich zum vorrangigen Ziel gesetzt, Hörverlust als Kommunikationsbarriere zu überwinden. Das österreichische Familienunternehmen wurde von den Branchenpionieren Ingeborg und Erwin Hochmair gegründet, deren richtungsweisende Forschung zur Entwicklung des ersten mikroelektronischen, mehrkanaligen Cochlea-Implantats (CI) führte, das 1977 implantiert wurde und die Basis für das moderne CI von heute bildet. Damit war der Grundstein für das erfolgreiche Unternehmen gelegt, das 1990 die ersten Mitarbeiter aufnahm. Heute beschäftigt MED-EL weltweit mehr als 2200 Personen aus ca. 75 Nationen in 30 Niederlassungen. Das Unternehmen bietet die größte Produktpalette an implantierbaren und implantationsfreien Lösungen zur Behandlung aller Arten von Hörverlust; Über 200.000 Menschen in 124 Ländern hören mithilfe eines Produkts von MED-EL.
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Transkript anzeigen

00:00:00: Hallihallo, ihr Lieben. Hier ist der Niki, der Tricky Niki.

00:00:02: Den hier kennt ihr wahrscheinlich auch.

00:00:04: Natürlich. Ich bin Star der Show.

00:00:05: Willkommen bei den Hörgesprächen.

00:00:07: -Hä? -Hörgespräche.

00:00:08: Check ich nicht. Was ist denn das?

00:00:10: -Was das ist? -Ja.

00:00:11: Ich bin ganz ehrlich. Ich weiß es auch nicht so genau.

00:00:14: Es ist super wichtig. Es ist ein tolles Thema.

00:00:17: Und wer sich dabei auskennt, ist die nette Dame neben uns.

00:00:32: Hörgespräche – Sinnvolles aus dem Leben.

00:00:40: -Oh. -Hallo.

00:00:42: -Die kennst du doch? -Ja, klar.

00:00:46: Schon lange nicht gesehen. Was für eine schöne Karre.

00:00:49: Hi.

00:00:50: Wir sind schon total gespannt und freuen uns.

00:00:52: Also wir bringen heute ein bisschen Farbe rein.

00:00:54: Willkommen beim Hörgespräch, auch von mir noch mal: Emil,

00:00:57: obwohl, er hat ja gar keine Ohren.

00:01:00: -Na ja. -Eigentlich hat sie recht.

00:01:03: -Wieso höre ich? -Wieso ich höre? Du hörst?

00:01:04: -Ja. -Wahrscheinlich, wenn ich für dich höre.

00:01:07: -Ehrlich? -Ja. Kannst du hören.

00:01:08: -Nein. Du? -Ja, ich kann hören.

00:01:10: Na gut. Dann kann ich auch.

00:01:12: Also Sie können uns hören jederzeit, überall.

00:01:15: Überall, wo es Podcasts gibt, hört man uns.

00:01:17: Und wenn Sie jetzt neugierig sind, weil Sie wissen wollen, wie der Emil ausschaut:

00:01:20: Der Emil und der Niki sind jetzt auf YouTube abrufbar.

00:01:22: Das neueste Hörgespräch.

00:01:24: Ehrlich? Ich auch? Ich auch? Ich auch? Uh, cool.

00:01:27: Ja, ja, ja …

00:01:28: Tricky Niki, Entertainer, Bauchredner, Comedian, Zauberkünstler.

00:01:33: Was ist das Liebste?

00:01:35: Was ist dir das Liebste?

00:01:37: -Denk nach. -Ja.

00:01:39: In Wirklichkeit ist es eine gute Frage, aber es ist die Kombination daraus.

00:01:42: Also ich habe mit dem Zaubern begonnen,

00:01:44: dann kam zehn Jahre später das Bauchreden dazu.

00:01:46: Übers Bauchreden bin ich zur Comedy gekommen,

00:01:47: weil ich plötzlich gezwungen war, lustige Texte zu schreiben.

00:01:50: Ja, sicher. Lustige Texte? Genau, das sagst du.

00:01:53: Reiß dich zusammen.

00:01:54: Also es ist die Kombination, weil die macht es, glaube ich,

00:01:57: so einzigartig in Wirklichkeit.

00:01:58: Was bedeutet Hören für dich?

00:02:00: Hören? Na ja, ganz wichtig.

00:02:03: Beruflich sowieso, weil wenn man mich nicht hört,

00:02:06: dann hat man wahrscheinlich weniger zu lachen und zu staunen.

00:02:11: Die Zauberei ist oft sehr visuell, aber ich verpacke

00:02:13: alle meine Zaubergeschichten auch mit sehr lustigen Präsentationen.

00:02:18: Bauchreden sowieso.

00:02:19: Wenn man das nicht hört und nur sieht, hat man auch nicht so viel Spaß.

00:02:22: Insofern ganz, ganz wichtig.

00:02:23: Und im Alltag sowieso für mich nicht wegzudenken.

00:02:26: Also ohne Hören will ich es mir gar nicht vorstellen.

00:02:30: Hört der Emil dich?

00:02:33: -Ich denke schon. -Natürlich.

00:02:34: -Hört er dir zu? -Nein.

00:02:35: -Ist er frech? -Ja, der redet eher nur Schwachsinn.

00:02:38: Was heißt, ich rede nur Schwachsinn?

00:02:39: Natürlich. Hörst du dir zu?

00:02:41: Ich höre mir manchmal nicht zu. Das stimmt allerdings. Ist richtig.

00:02:44: Siehst du? Also ja.

00:02:46: Also sowohl beim Zaubern als beim Bauchreden muss man dir ja zuhören,

00:02:48: sonst kann man ja nicht wissen, worum es geht.

00:02:50: -Das ist ganz, ganz wichtig. -Das ist richtig.

00:02:52: Welche Location ist da wichtig?

00:02:54: Wie soll der ideale Rahmen für dich da ausschauen?

00:02:58: Na ja, das Publikum muss einmal vor mir sitzen, nicht hinter mir.

00:03:02: Das ist schon mal eher eine visuelle Komponente.

00:03:05: Aber das Wichtigste ist, ich sage immer auch allen Veranstaltern, die mich buchen:

00:03:09: Spart überall, aber nicht an der Technik, weil eben die Akustik so wichtig ist.

00:03:14: Ich habe eben ein Mikrofon, um das, was ich spreche, zu verstärken,

00:03:19: damit das Publikum mich noch besser hört.

00:03:21: Und gerade beim Bauchreden ist es lustigerweise so, dass es durchs Mikrofon

00:03:25: noch effektiver ist, weil da die Stimme von ganz woanders kommt.

00:03:28: Und wenn ich jetzt: „Hallo, Kuckuck, Hallihallo“,

00:03:31: dann sieht man zwar keine Lippenbewegung,

00:03:33: aber alle sehen: Okay, das kommt jetzt aus seinem Mund heraus.

00:03:36: Und Lautsprecher verstärken diesen Effekt, dass die Stimme von ganz woanders kommt.

00:03:41: Und da ist es wichtig, dass du eine Location hast,

00:03:44: die wirklich eine gute Technik hat

00:03:46: und die Leute mich auch wirklich gut hören.

00:03:48: Und darum ist auch ein Soundcheck ganz, ganz wichtig.

00:03:51: Ton ist einfach in meinem Beruf ganz, ganz wichtig, also essentiell,

00:03:55: dass mich die Leute gut verstehen und gut hören können.

00:03:57: Wenn man dir jetzt zuschaut, wenn du mit dem Emil redest,

00:03:59: man sieht gar nicht, wie du die Lippen bewegst.

00:04:02: Ich weiß, dass das ein hartes Training ist,

00:04:03: dass das lange gedauert hat.

00:04:05: Ja, das Schwierigste ist,

00:04:06: dass seine Gesichtsmuskulatur total entspannt ist.

00:04:09: Also es kann ja jeder Bauchreden lernen.

00:04:11: -Jeder? -Jeder.

00:04:12: Ist gar nicht so schwer, aber das Schwierigste ist bei den meisten

00:04:16: – war auch für mich –, du hast immer irgendeinen kleinen Muskel

00:04:20: in deinem Gesicht angespannt, also bei jeder Mimik,

00:04:22: außer du schaust ins Leinkästl oder du schläfst, dann bist du entspannt.

00:04:26: Und diese Entspannung brauchst du. Den Rest macht in Wirklichkeit die Zunge.

00:04:29: Du sprichst ganz normal.

00:04:31: Lustiger ist es:

00:04:32: Wenn man die Stimme verstellt, ist es ein bisschen einfacher.

00:04:33: -Ich weiß nicht, wieso. -Echt?

00:04:35: -Ja, also wenn du meine Stimme hättest. -Ja? Was ist dann?

00:04:38: -Das hört sich für mich ganz komisch an. -Ja.

00:04:43: Das ist sozusagen mein Ehrgeiz, dass ich meine Lippen gar nicht bewege.

00:04:48: -Gibt es nicht viele? -Nicht?

00:04:49: -Nein. -Oh, du bist gut.

00:04:51: -Danke schön. -Du auch.

00:04:52: Ja, ich bin der Star. Sag ich ja.

00:04:54: Also Emil, wie ist das mit dem Niki und mit dem Hören?

00:04:58: Hörst du wirklich alles, was er sagt?

00:05:00: Natürlich nicht, nein.

00:05:03: Ist ja nicht alles gescheit, was der redet.

00:05:05: Komm, bitte.

00:05:06: Also natürlich, ich schreibe die Texte, ich spreche für dich.

00:05:12: -Ja. -Ja, genau.

00:05:14: -Ohne mich könntest du gar nichts sagen. -Ohne mich hättest du nichts zu sagen.

00:05:18: -Okay. -Du lernst es aber nicht auswendig?

00:05:19: Nein, ich schreibe meine Texte zwar einmal runter, aber ich lerne sie nicht auswendig

00:05:23: aus einem ganz einfachen Grund, weil ich es liebe,

00:05:25: mit den Leuten zu interagieren und zu improvisieren.

00:05:28: Und wenn man einen Text wirklich auswendig lernt,

00:05:31: dann kommst du da auch nicht mehr raus.

00:05:33: Und ich habe zwar mein Grundgerüst, ich weiß, was ich sagen möchte,

00:05:35: ich weiß, was er sagen sollte.

00:05:37: Ja.

00:05:38: Habe ich nicht immer im Griff.

00:05:39: Aber wenn dann im Publikum irgendwas passiert,

00:05:41: wenn wer weiß ich nicht aufs Klo geht

00:05:42: oder ein Handy läutet, was auch immer, dann kann ich sofort darauf reagieren

00:05:46: und finde auch ganz schnell wieder zurück in den Text.

00:05:49: Wenn ich es wirklich auswendig lerne, die Texte,

00:05:52: dann tust du dir schwer mit Improvisationen

00:05:54: und du kannst nicht sofort reagieren und du kommst voll nicht mehr zurück.

00:05:56: Du stehst dann da und denkst: „Wo war ich? Wo war ich?“

00:05:58: Und oft ist es bei mir persönlich so, ich lerne.

00:06:01: Ich habe früher natürlich versucht, Texte auswendig zu lernen,

00:06:04: aber du lernst es in einer bestimmten Situation,

00:06:06: unter der Dusche oder gemütlich auf der Couch

00:06:08: und du hast einen ganz anderen Atemrhythmus.

00:06:10: Dein Adrenalinspiegel ist natürlich ein ganz anderer als auf der Bühne.

00:06:14: Und auf einmal ist diese Situation eine andere.

00:06:17: Und du musst nur einmal falsch atmen und das auswendig Gelernte,

00:06:20: du fällst sofort aus diesem Gerüst raus.

00:06:22: Aber wenn du Anfänger bist, tust du vielleicht leid her, oder?

00:06:24: Ja, also ich kann allen nur einen Tipp geben, wenn mal wer auf die Bühne geht:

00:06:27: Lern die ersten zwei, drei Sätze auswendig,

00:06:29: damit du auf die Bühne gehst und sagst: „Okay, die zwei, drei Sätze, die sitzen.“

00:06:33: Dann bist du einmal da, dann bist du präsent

00:06:36: und dann sprich frei, so wie wir frei sprechen.

00:06:38: Und viele haben ja immer so ein bisschen die Angst,

00:06:40: dass dann ein „Äh“ drinnen ist oder dann dieses kurze Nachdenken.

00:06:42: Aber es ist total natürlich, solange du nicht nach jedem dritten Satz

00:06:45: oder nach jedem dritten Wort „Ähm, ühm, öhm“ machst.

00:06:48: Darum nehme ich mich auch gerne auf und sehe dann:

00:06:52: „Hoppala, Niki. Es fällt dir gar nicht auf.“

00:06:53: Du hast das und das Füllwort zum Beispiel.

00:06:55: Haben wir ja alle das eine oder andere Füllwort.

00:07:00: Du nutzt das, weil du dann plötzlich nachdenken musst als Nachdenkpause.

00:07:03: Fällt dem Publikum nicht auf, weil es natürlich ist.

00:07:07: Insofern, es muss nicht perfekt sein.

00:07:09: Wenn ich eins gelernt: Du musst nicht perfekt sein.

00:07:12: Jetzt ist bei dir so eine ideale Mischung zwischen Bauchreden, Kabarett, Comedian

00:07:19: und Zaubern, weil du bist ja vierfacher Staatsmeister der-

00:07:22: -Ehrlich? -Ja, bin ich.

00:07:24: Der ist gut. Der ist wirklich gut.

00:07:27: Ich glaube, du warst sogar … Wie nennt man das?

00:07:29: -So mehr als nur Staatsmeister? -Grand Prix.

00:07:32: Ich bin zweifacher Grand-Prix-Sieger.

00:07:34: Da glauben alle, ich bin mit dem Rennauto gefahren.

00:07:36: Nein, also der Grand-Prix-Sieger, das weiß kein Mensch,

00:07:38: aber es ist in Wirklichkeit die höchste Auszeichnung,

00:07:41: weil du von allen verschiedenen Zaubersparten,

00:07:44: die es da gibt, Bühnenzauberei, Mental, Tischzauberei und so weiter und so fort,

00:07:50: quasi der mit den meisten Punkten bist und du bist der Overall-Sieger.

00:07:54: Also so wie im Weltcup, oder?

00:07:56: Dass man sagt, die große Kristallkugel oder vergleichbar irgendwie?

00:08:00: Was ich aber hinaus wollte, ist, dass das so eine Mischung ist.

00:08:04: Wo kann man die meisten Emotionen rausholen?

00:08:07: Wie merkst du beim Publikum, das kommt am besten an?

00:08:10: Ist es die Magie? Ist es Comedy? Oder ist es doch eher das Bauchreden?

00:08:15: -Ich natürlich. -Da gebe ich ihm sogar recht.

00:08:21: Mit einem wunderschönen Zauberkunststück hast du sofort dieses Staunen.

00:08:25: Und das hatte ich natürlich am Anfang immer nur, natürlich die Lacher auch,

00:08:29: weil ich es lustig präsentiert habe, aber dann kam das Bauchreden

00:08:33: und plötzlich waren da viel mehr Lacher,

00:08:34: weil ich dann natürlich auch lustige Texte schreiben musste.

00:08:37: Und dann kamen immer wieder Menschen dann zu mir,

00:08:39: die ich auf der Straße getroffen habe, die gesagt: „Tricky Niki, wie cool.

00:08:44: Habe dich vor sechs Monaten gesehen, da war ich bei dir im Theater.

00:08:47: Schade, dass du nicht mehr zauberst.“

00:08:49: Da habe ich mir gedacht: „Doch, natürlich zaubere ich.“

00:08:51: Und dann hat er mir all die Dinge, an die er sich erinnert hat, aufgezählt.

00:08:54: Und das waren eigentlich überall die Dinge, wo er gelacht hat.

00:08:57: Und das ist auch etwas, was man in der Zauberkunst kennt.

00:09:01: Die Leute sehen ein Zauberkunststück

00:09:03: und können es zwei, drei Wochen später gar nicht mehr wiedergeben.

00:09:06: Die wissen zwar nicht, was passiert ist, aber wenn du so hochgeschwebt bist,

00:09:10: bist du nach drei Wochen für die Leute einen Meter geschwebt.

00:09:12: Und das geht dann immer weiter.

00:09:14: Und das hat mir dann so gezeigt,

00:09:15: und dann kamen immer mehr von diesen Aussagen.

00:09:18: Und dann habe ich ein bisschen nachrecherchiert

00:09:19: und habe mich damit beschäftigt und bin draufgekommen:

00:09:21: Die Emotion des Lachens ist in Wirklichkeit

00:09:23: noch einprägsamer und stärker als die des Staunens.

00:09:26: Wenn du beides kombinieren kannst, ist es natürlich super.

00:09:29: Aber unterm Strich, wenn du lachst, du vergisst den Alltag,

00:09:34: du vergisst deine Sorgen.

00:09:36: Also ich bin immer noch der Meinung, dieses Sprichwort

00:09:38: „Lachen ist die beste Medizin“, das hat schon was.

00:09:40: Und Staunen ist wichtig.

00:09:42: Aber Lachen würde ich jetzt noch einmal über dieses Staunen,

00:09:44: über diese Emotion drüber stellen.

00:09:46: Und das ist ja dein Motto? Du willst die Leute zum Lachen bringen?

00:09:48: -Natürlich, ich auch, ich auch. -Ja, Emil. Du sowieso.

00:09:50: Und heiraten, heiraten.

00:09:51: Hör auf. Du kannst die Carola nicht heiraten.

00:09:55: Ist sie schon?

00:09:56: Jetzt reiß dich zusammen. Natürlich, du kennst ihren Mann.

00:09:58: -Ehrlich. -Ja.

00:09:59: Hilft die Musik, der Sound manchmal beim Ablenken des Publikums?

00:10:05: Hast du Sound, der mitschwingt?

00:10:08: Ich habe Musiktitel, ich habe Sound. Auch so Soundeffekte.

00:10:13: Die das unterstützen?

00:10:15: Die das definitiv unterstützen.

00:10:16: Also das ist wie in jedem Film in Wirklichkeit.

00:10:19: Die Filmmusik macht schon viel her. Also es ist auch ganz, ganz wichtig.

00:10:24: Also wenn man sich vorstellt, man hat irgendeinen Horrorfilm, ein Drama,

00:10:28: wenn du da die Musik weglässt, ist es plötzlich ein ganz anderer Film.

00:10:32: -Weil da fehlt die Spannung natürlich? -Ja, es fehlt Spannung.

00:10:34: Es gibt ja ganz viele Beispiele, wo du einfach wirklich auch sehr brutale Szenen,

00:10:39: wenn du die mit einer sehr lustigen Musik untermalst,

00:10:42: -Was? Der weiße Hai, oder? -Zum Beispiel.

00:10:43: Dann musst du plötzlich schmunzeln, obwohl da alle abgeschlachtet werden

00:10:47: und du denkst, aber mit der Musik plötzlich kippt das Ganze.

00:10:49: Und das nutzen wir auf der Bühne natürlich auch, dass wir gewisse Situationen,

00:10:53: also ich habe zum Beispiel eine Slow-Motion-Sequenz,

00:10:56: wo ich in Slow Motion mit dem Zuschauer ein Zauberkunststück vorführe,

00:10:59: und wenn du das mit einer Slow-Mo-Musik noch unterstützt, ist es noch effektiver.

00:11:04: Wann ist ein Abend für dich gelungen?

00:11:06: -Na ja, wenn ich dabei bin. -Wenn du dabei bist, klar.

00:11:08: Ja. Na klar. Na klar.

00:11:10: Der Emil war die erste Puppe, oder?

00:11:12: -Ja, das ist … -Ehrlich?

00:11:13: Ja, du warst die allererste bauchredende Puppe.

00:11:15: Also ich war bei den Zauberweltmeisterschaften

00:11:17: für Österreich 2006 in Stockholm und da gibt es nicht nur Wettbewerbe,

00:11:21: auch eben Seminare und unter anderem auch eine Gala.

00:11:24: Und da tritt immer wieder auch ein Nicht-Zauberkünstler auf

00:11:26: und da war ein Bauchredner und Wahnsinn.

00:11:29: Also der hat die Halle dort gerockt.

00:11:31: Ich habe so lachen müssen und ich fand Bauchreden immer lustig.

00:11:33: Und da habe ich mir damals gedacht beim Rückflug,

00:11:35: ich möchte das auch mal probieren, ob ich das kann.

00:11:37: Also es war nie geplant, dass ich das auf die Bühne bringe.

00:11:40: Und dann habe ich, weil in Österreich hat es

00:11:42: keine Bauchrednerpuppen gegeben, die mir gefallen haben.

00:11:44: Und dann habe ich ein bisschen im Internet recherchiert,

00:11:46: habe ihn in Amerika gefunden.

00:11:47: -Ehrlich? USA. -USA.

00:11:48: -Oh cool. -Du bist ein Amerikaner.

00:11:51: Oje. Na ja. …

00:11:53: Aber den habe ich bestellt und dann habe ich einfach mit ihm angefangen.

00:11:57: Und seitdem sind es, ich weiß nicht, elf, zwölf Bauchrednerpuppen,

00:12:00: die so in meinen Programmen immer mitgewirkt haben.

00:12:02: Aber er ist mein altes Ego, sage ich immer.

00:12:05: Frivol. Er darf alles, was ich nicht darf.

00:12:07: Ja, richtig.

00:12:09: Ja, das macht es auch interessant. Ein echter Trend die Kombi.

00:12:14: Wie trainierst du dein Gehör

00:12:16: und das Stimmgefühl für die verschiedenen Puppen?

00:12:19: Du hast zwölf Puppen.

00:12:21: -Ja. -Die alle anders klingen?

00:12:24: Das ist eine spannende Frage.

00:12:25: -Soll ich dich mal nach hinten? -Wieso?

00:12:28: -Mir tut der Arm weh. -Checke ich nicht.

00:12:30: -Weißt du was? Du kommst- -Nicht in die Kiste.

00:12:32: -In die Kiste. -In die Kiste.

00:12:33: -In die Kiste. -Mit Carola?

00:12:34: Nein, nicht mit Carola.

00:12:35: -Lass das. -Okay.

00:12:36: Ich hole dich später. Wir plaudern dann wieder.

00:12:38: -Okay. -Vielleicht. Sag mal Tschüss.

00:12:40: Okay, Leute. Tschüss.

00:12:42: -Ihr seid die schönsten. -So, ab mit dir.

00:12:43: Na gut. Ciao, Leute.

00:12:45: Okay. Carol, ich liebe dich.

00:12:47: Du bist echt unmöglich. So.

00:12:53: Gut. Die Frage war?

00:12:56: Dieses Gefühl, mit den Stimmen den Puppen Leben einzuhauchen.

00:13:01: Ja, weil es kommen ganz viele immer wieder zu mir und fragen:

00:13:04: „Niki, du hast so viele verschiedene Puppen.

00:13:06: Du hast so viele verschiedene Stimmen. Wie machst du das?“

00:13:08: Und das Geheimnis ist in Wirklichkeit,

00:13:10: dass jeder Bauchredner genau zwei Stimmen hat,

00:13:13: eine hohe und eine tiefe.

00:13:15: Aber sie klingt ganz anders.

00:13:16: So ist es. Und das ist ein kleiner Trick.

00:13:18: Also ich tue mir mit hohen Stimmen sehr leicht,

00:13:21: weil ich von Natur aus eine relativ hohe Stimme habe.

00:13:23: Ich komme ganz weit rauf, ohne dass es mir weh tut.

00:13:25: Ich habe leider keine tiefe Stimme.

00:13:26: Ich hätte gerne so eine … Da bin ich nach zwei Sekunden heiser.

00:13:29: Also alles, was bei mir ein bisschen tiefer ist, ist so nasal.

00:13:33: Da sage ich: „Hallo. Natürlich. Genau.“

00:13:36: Aber das Geheimnis ist, damit es sich so anhört, damit die Leute glauben,

00:13:39: es sind unterschiedliche Stimmen, hat jede Puppe was anderes.

00:13:43: Die eine spricht schnell, die andere langsam.

00:13:45: Sag doch mal? Angelina?

00:13:46: Hallo, ich bin die Angelina.

00:13:51: Die ist ganz sanft, schüchtern, zart.

00:13:55: Der Luigi ist mein politoider Affe.

00:13:57: Der hat dieses Tier vom Wiener Slang drauf.

00:14:00: Ich habe den Justin Bieber, der hat wieder ein Sprachwerk.

00:14:02: Ja, ja, gut. Da kann ich gut …

00:14:06: Ich habe eine Tirolerin gehabt.

00:14:11: Diese Nuancen sind es.

00:14:12: Der eine hat einen Sprachfehler, der andere dann einen Dialekt,

00:14:15: der dritte spricht schnell, langsam, laut, leise.

00:14:17: Und diese Nuancen macht es dann aus,

00:14:19: dass es eigentlich die gleiche Stimmlage ist.

00:14:22: Aber trotzdem sagen die Leute, das ist eine komplett andere Stimme.

00:14:25: Und da hebt sich auch der gute

00:14:27: und der etwas schlechtere Bauchredner voneinander ab,

00:14:30: weil bei den guten Bauchrednern

00:14:31: hast du das Gefühl, der hat ganz viele Stimmlagen.

00:14:33: Und dann gibt es die Bauchredner,

00:14:34: die haben zehn Puppen und alle zehn hören sich gleich an.

00:14:36: Also du hast zwölf.

00:14:37: Du mistest die dann immer wieder aus oder gehen die nur mal ein paar Jahre …?

00:14:41: Ja, wenn ich ein neues Programm habe, der Emil ist immer dabei.

00:14:44: -Also ohne den darf ich es nicht. -Verstehe ich ja.

00:14:47: Dann der Justin Bieber mittlerweile ist auch so ein Riesenliebling der Zuschauer.

00:14:51: Und dann versuche ich immer wieder neue Charaktere einzubauen.

00:14:54: Und das sammelt sich.

00:14:55: Jetzt habe ich mein fünftes Soloprogramm. Da kommt einiges zusammen.

00:14:59: Also in meinem Keller sind dann alle in Kisten verpackt

00:15:03: und vielleicht 27 komme ich dann mit dem Best-of raus, mit dem ultimativen.

00:15:08: Da schaue ich, muss ich auch wieder entscheiden:

00:15:09: Wen hole ich da wieder heraus?

00:15:11: Also die Angelina, meine klügere Rolle, ist ein Highlight.

00:15:14: -Sie ist schon lange dabei? -Sie ist schon lange dabei.

00:15:16: Und das ist auch etwas, ich liebe es ja eigentlich

00:15:19: mit so skurrilen Alltagsgegenständen zu plaudern.

00:15:22: Also ich finde, die Puppen sind auch schön und gut, aber das, was mich, glaube ich,

00:15:25: als Bauchredner so ausmacht, ist einfach anders zu sein als andere Bauchredner.

00:15:29: So wie ich nicht zaubere wie andere Zauberkünstler,

00:15:32: dass ich eben für Zuschauer spreche, für Gegenstände spreche,

00:15:35: dass ich es in Stand-up-Texte einbaue, und das macht es so auch besonders.

00:15:40: Das ist das, was mir so Spaß macht.

00:15:41: Was anderes, über das wollte ich nachher noch reden, aber vorher noch:

00:15:44: Du hast mir eine Geschichte erzählt.

00:15:46: -Inklusion ist wichtig für dich. -Ja.

00:15:48: Da kam eine Gruppe zu dir, die nicht sehen konnten.

00:15:52: Genau, ich wurde angerufen. Es ist ein Pärchen gewesen, das war blind.

00:15:57: Und die würden gerne zur Show kommen.

00:15:58: Und ich habe mir gedacht:

00:16:01: „Was macht ein blindes Pärchen bei mir in der Show?“

00:16:03: Ich freue mich natürlich, aber wie machen die das?

00:16:05: Und die haben dann gefragt, ob sie nicht eine halbe Stunde früher kommen dürften,

00:16:08: Backstage, und die Puppen und so abgreifen, mich, das Gesicht abgreifen.

00:16:13: Dadurch haben sie dann die Haptik, ein Gefühl, wie ich ausschaue,

00:16:17: und sie haben ihr eigenes Bild kreiert.

00:16:19: Ich habe das ganz spannend gefunden und habe gesagt: „Ja, bitte kommt.“

00:16:22: Und die waren total nett und die haben sich das alles dann angeschaut.

00:16:26: Beim Emil zum Beispiel haben sie den Emil dann abgetastet.

00:16:28: Ich habe die Stimme dazu gemacht.

00:16:30: Das heißt, sie haben die Stimme mit dem Bild,

00:16:32: das sie kreiert haben, verbunden.

00:16:34: Dann war die Show und die kamen nach der Show zu mir und haben gesagt,

00:16:36: sie haben sich kaputt gelacht, das war großartig.

00:16:38: Und ich habe dann gefragt,

00:16:40: ob sie das dann wirklich auch visuell vor ihrem inneren Auge sehen.

00:16:44: Ja, also die haben sich das dann vorgestellt.

00:16:47: Wie es genau dann ausgeschaut hat, weiß nicht,

00:16:48: aber sie haben einen Riesenspaß gehabt und das war für mich ganz, ganz wichtig.

00:16:51: Also Inklusion ist bei mir ganz wichtig.

00:16:53: Ich habe letztens auch ein Kind, das im Rollstuhl gesessen ist,

00:16:55: bei mir auf die Bühne geholt, weil ich gesagt habe:

00:16:57: „Du glaubst doch nicht, nur weil du im Rollstuhl sitzt,

00:16:58: dass du da unten sitzen bleibst.

00:17:00: Du bist mit dabei auf der Bühne. Ja?“,

00:17:03: und die Mutter sitzt dann mit Tränen in den Augen

00:17:04: und sagt: „Danke. Das erste Mal, dass mein Kind irgendwo involviert wird.“

00:17:08: Und das war ganz besonders für die Kleine. Für mich ist es selbstverständlich.

00:17:12: Über die Jahre – du bist jetzt schon lange auf der Bühne – erlebt man auch viel.

00:17:16: Du hast auch mit Gehörlosen zu tun gehabt.

00:17:18: Ja, man erlebt ganz, ganz viel.

00:17:19: Also ich war jahrelang beim Großen Kleinkunstfest in Hannover engagiert.

00:17:24: Und das ist ein riesiger barocker Garten mit vielen verschiedenen Bühnen

00:17:28: und da kannst du dir aussuchen, zu welchen Bühnen du gehst.

00:17:31: Und das ist total entspannt, weil da sitzen alle vor der Bühne,

00:17:33: so 300 Menschen auf Picknickdecken.

00:17:35: Und ich beginne meine Show und auf einmal steht da eine Dame vor mir mit dem Rücken

00:17:39: zu mir und mit Gebärdensprache übersetzt sie meine Show.

00:17:43: Ich habe das nicht gewusst, dass es die Möglichkeit gibt,

00:17:46: und habe kurz mal meinen Text unterbrochen und habe dann sie begrüßt

00:17:49: und habe gesagt: „Wem übersetzt du gerade?“,

00:17:50: und sagt sie: „Ja, dem Pärchen hier.“

00:17:53: War eine sehr lustige Geschichte für alle, weil ich gesagt habe:

00:17:56: „Was heißt denn auf Gebärdensprache ‚Hallo, ich bin der Niki‘?“

00:17:58: Und dann hat sie mir das gezeigt und ich kann es leider nicht mehr,

00:18:00: ist schon ein paar Jahre her: „Hallo, ich bin der …“

00:18:02: Und dann macht sie plötzlich …

00:18:05: Und die Leute haben sich schon so kaputt gelacht,

00:18:07: weil ich so reingeschaut habe und gesagt habe:

00:18:08: „Bitte sag nicht, dass das Niki heißt.“

00:18:11: Dann sagt sie: „Nein, nein, das heißt Witzling.“

00:18:14: Und ich habe aber Winzling verstanden.

00:18:15: Und weil ich mich über meine nicht vorhandene Körpergröße

00:18:17: immer lustig machen will:

00:18:18: „Bitte sag nicht, dass das Winzling … Wieso sagst du, ich bin ein Winzling?“

00:18:22: Dann sagt sie: „Nein, Witzling.“

00:18:24: Also in Deutschland Komiker.

00:18:26: Und das war eine sehr, sehr lustige Situationskomik, aber sehr spannend.

00:18:32: War wirklich sehr spannend.

00:18:35: Weil wir vorher gesprochen haben, du bist anders,

00:18:39: weil eigentlich bist du ein Spätsünder immer gewesen.

00:18:41: Also ich kann mich erinnern, 17 Jahre ORF.

00:18:44: Ich meine, vorerst hast du angefangen mit dem Medizinstudium, dann 17 Jahre ORF

00:18:47: und dann hast du nebenbei dir deine Karriere aufgebaut

00:18:51: und du bist in keine Schublade zu stecken irgendwie.

00:18:54: -Hat Vor- und Nachteile. -Ja, ich finde eher Vorteile.

00:18:58: Du hast angefangen mit Zaubern, dann kamen die Puppen dazu.

00:19:01: Und ich weiß noch, wenn man mit dir unterwegs ist,

00:19:04: egal ob Frühstück, Mittag oder Abendessen,

00:19:06: du hast immer die Zauberkarten dabei gehabt.

00:19:07: Du hast die Tricks immer gemacht.

00:19:09: Es war rund um die Uhr zaubern.

00:19:11: Genau das Gleiche immer noch.

00:19:13: Ich habe immer noch gerade ein Packerl draußen in der Hand.

00:19:14: -Wirklich? -Ja.

00:19:16: Und das Gleiche ist mit den Puppen.

00:19:18: Wenn du mal eine Puppe bekommen hast, aus Amerika das Paket kam,

00:19:21: dann hast du das wirklich jedem gezeigt und wir waren da gleich mittendrin.

00:19:25: Ja, weil es für mich die größte oder die beste Bühne ist,

00:19:30: um Dinge auszuprobieren, Familie, Freunde,

00:19:34: weil du da das ehrlichste Feedback bekommst

00:19:36: und mich Freunde und Familie schon so gut kennen.

00:19:39: Wenn ich da einen Zaubertrick vorführe und die sagen: „Wie hast du das gemacht?“,

00:19:44: dann weiß ich: „Verdammt, es war gut.

00:19:45: Ich kann es direkt auf die Bühne bringen, weil die mich schon so gut kennen.“

00:19:50: Wenn ich einen Text mache und die Leute sagen: „Hey, super lustig“,

00:19:54: dann weiß ich, okay, es ist super gut, weil die würden mir ganz ehrlich sagen:

00:19:57: „Na ja, schreib schon noch mal drüber“

00:20:00: oder „Pass auf, da hat man das und das gesehen.“

00:20:02: Also Freunde und Familie sind meine größten Kritiker, meine ehrlichsten.

00:20:07: Du kriegst einfach das konstruktivste Feedback.

00:20:09: Oder bei Kindern?

00:20:10: Sowieso. Bei Kindern sowieso.

00:20:12: -Das ist nadellos? -Absolut.

00:20:14: Und deswegen mache ich das auch so gerne, auch weil ich so gerne selber mache,

00:20:20: und ich liebe es, mein Umfeld einfach zum Lachen zu bringen

00:20:23: und ihn so in meine heile Welt zu holen.

00:20:26: Diese heile Welt, die uns zwei, drei Stunden schöne Stunden bescheren.

00:20:29: Aber weil ich gesagt habe anders,

00:20:31: weil du bist schon am Anfang auftreten ganz anders.

00:20:33: Also nicht im Anzug, sondern mit Converse.

00:20:35: Das Hemd war heraus und es war nicht reingesteckt.

00:20:38: Also es war immer ein bisschen anders.

00:20:40: Und die Puppen auch reingeholt, was in Österreich auch was Besonderes war.

00:20:43: Ich kann mich erinnern, damals im deutschsprachigen Raum …?

00:20:46: Es gab diesen einen Schweizer, der mit der Caroline, glaube ich,

00:20:50: der Vogel Strauß, der war recht bekannt aus dem Fernsehen.

00:20:52: -Das ist aber schon sehr … -Ewig.

00:20:54: Ja, das ist ewig her.

00:20:55: Aber so einen richtig bekannten Bauchredner

00:20:58: gibt es bis dato in Österreich nicht.

00:20:59: Du kennst Sascha Grammel oder so.

00:21:02: Genau, der Sascha in Deutschland.

00:21:04: Zu dem du eher Kontakt hast?

00:21:05: Ja, den kenne ich ja noch aus der Zauberszene.

00:21:07: Der war früher auch Zauberkünstler.

00:21:08: -Also kam er auch aus der Stadt? -Ja, ja.

00:21:10: Und hat dann mit dem Bauchreden begonnen und hat dann irgendwie gemerkt,

00:21:12: so Hoppala, da hat er mehr Chancen

00:21:14: und hat dann das Glück gehabt, in Deutschland gute Verträge zu bekommen

00:21:21: und die Möglichkeit eben auch groß aufzutreten damit

00:21:24: und das ganz groß zu machen.

00:21:26: Rennt in Deutschland ein bisschen anders als in Österreich.

00:21:29: Du hast einfach viel mehr Möglichkeiten und hat einen mega Erfolg.

00:21:32: Gut, aber du bist in Deutschland ja auch schon unterwegs gewesen.

00:21:34: Ja, aber ich möchte mich jetzt nicht auf eine Stufe mit dem Sascha stellen,

00:21:40: weil der tritt in Hallen auf mit 3.000, 4.000, 5.000 Leuten.

00:21:46: Ich sage jetzt nicht, die Shows sind …

00:21:48: Er macht noch mehr diese Kinder- und Familyshows

00:21:51: und ich war auch bekannter, dass ich sehr frech bin mit den Puppen.

00:21:55: Also er hat zu mir mal gesagt:

00:21:57: „Niki, ich bin so neidisch, weil du kannst Pointen bringen,

00:22:00: die kann ich in meiner Show nicht bringen.“

00:22:02: Was auch bei dir anders ist:

00:22:03: Also du kommst rein und nach drei, vier Sekunden mag man dich einfach,

00:22:06: wenn man dich noch nicht kennt.

00:22:07: Du hast diese Sympathiepunkte, das muss man schon sagen,

00:22:11: die da gleich dir entgegenschwappen irgendwie.

00:22:13: Und du hast von Anfang an dich nicht einordnen lassen.

00:22:18: Und ich kann mich auch erinnern, das war auch ein bisschen grauslich irgendwie,

00:22:21: diese Nummer da mit dieser Karte, die du dann plötzlich aus dem Mund.

00:22:26: Dieses Kunststück bin ich mittlerweile-

00:22:28: Das war so grauslich, aber das hat Eindruck hinterlassen

00:22:31: und wir kannten es dann alle.

00:22:32: Erklär noch mal kurz, was das war.

00:22:34: Ach so, das ist einer meiner Signature-Tricks von früher.

00:22:39: Eine Zuschauerin, ein Zuschauer darf eine Karte wählen, unterschreiben,

00:22:42: die wird völlig zurückgemischt und abgehoben.

00:22:45: Und ich erkläre dann eigentlich, dass jeder Zauberer eine Karte wiederfindet

00:22:48: und es ist eigentlich langweilig, weil sie alle das Gleiche machen.

00:22:50: Ich bin anders.

00:22:51: Ich werde mir gleich das ganze Kartenpaket in den Mund stecken

00:22:54: und ohne Finger, nur mit meiner flinken Zunge finden.

00:22:57: Und das ist sehr skurril,

00:22:58: weil ich mir wirklich das ganze Paket in den Mund stecke,

00:23:00: auch mit den Zuschauern dann so …

00:23:04: Und schlussendlich würge ich diese Spielkarte

00:23:07: in vier perfekt zusammengefalteten Teilen wieder heraus.

00:23:13: Skurril, aber sehr lustig und effektiv.

00:23:15: -Und man merkt sich es auch. -Und man merkt sich es auch.

00:23:16: Oder du hast auch irgendwie so Karten nach hinten gespielt

00:23:19: und hast so einen Backflip gemacht oder so.

00:23:20: Ja, da bin ich bei den Zauberweltmeisterschaften.

00:23:23: Ich glaube, das waren die zweiten, wo ich-

00:23:24: -So ein Rückwärtssalto. -Genau.

00:23:26: Da habe ich eine Karte wählen lassen, zurückgemischt, die in die Höhe geworfen

00:23:30: und von der Bühne durch die Karten einen Rückwärtssalto gemacht

00:23:33: und hatte dann eine Karte in meinem Mund stecken.

00:23:36: Also ich habe sie mit meinem Mund aufgefangen.

00:23:39: Das hat sehr viel Eindruck hinterlassen, auch in der Zauberszene.

00:23:41: Also ich bin damit nicht weltweit Meister geworden, aber der war relativ weit vorne.

00:23:46: Aber es war zumindest so, dass alle dann drüber geschrieben haben:

00:23:48: „Ah, you're the guy with the backflip? That was great.

00:23:52: Also ich sage, du hast immer versucht,

00:23:53: die Nummern ein bisschen anders zu präsentieren.

00:23:55: Ja, es ist also mehr damals mein mittlerweile Ehrenpräsident

00:24:00: des Magischen Cercle Wien, Kurt Freitag, dem ich viel zu verdanken habe.

00:24:04: Der hat mir damals schon gesagt:

00:24:05: „Niki, du musst auffallen. Es kennt hier dich in der Szene niemand.“

00:24:09: Und ich habe gewusst, das war vielleicht der Vorteil,

00:24:12: dass ich auch so spät begonnen habe.

00:24:13: Ich habe mit 20, 21 erst mit dem Zaubern begonnen.

00:24:16: Ich habe gewusst, wer ich bin, was ich will.

00:24:18: Ich habe gewusst, ich möchte jetzt nicht wie jeder Zauberkünstler

00:24:21: mit bunten Tüchern zaubern.

00:24:22: Ich will nicht mit dem Anzug auftreten. Das bin ich nicht.

00:24:25: Und ich war immer so ein bisschen das Enfant Intérieur

00:24:26: der deutschsprachigen Zauberszene.

00:24:27: Ich wusste, ich bin ein bisschen frecher und darf mir das auch leisten,

00:24:31: weil ich dabei trotzdem sehr charmant bin.

00:24:35: Und das Publikum, jeder, der bei mir auf der Bühne ist,

00:24:37: den hebe ich auf ein Podest.

00:24:39: Und ich nehme mich selber nicht ernst. Ich mache mich selber über mich lustig.

00:24:42: Das heißt, das Publikum weiß sofort: „Ah, der macht Spaß auch über sich selbst“,

00:24:46: und dementsprechend kannst du auch ganz anders mit den Leuten agieren.

00:24:49: Also es gibt für mich nichts Schlimmeres als,

00:24:51: gerade bei Zauberkünstlern, die auf die Bühne gehen und sagen:

00:24:53: „Und ich zeige euch jetzt was, was ihr nicht verstehen werdet.“

00:24:56: Nein, bei mir, ich gehe raus und sage:

00:24:58: „Leute, wir haben jetzt unfassbar viel Spaß gemeinsam.

00:25:01: Wir verbringen einen geilen Abend.

00:25:03: Und wenn ihr dabei staunt und lacht,

00:25:05: für mich, bin ich der glücklichste Mensch der Welt.“

00:25:07: Du hast mir gesagt in einem Interview, du möchtest Beatboxen machen.

00:25:16: Weil, ich mache das.

00:25:17: Ich habe das mit dem Emil beim letzten Programm sogar

00:25:19: ohne Lippenbewegung gemacht.

00:25:20: -Wirklich? -Das war so die Challenge.

00:25:23: Beatboxen wollte ich immer schon lernen.

00:25:24: Also ich habe es dann ein bisschen geübt und macht wahnsinnig viel Spaß,

00:25:28: aber da hat man dann doch irgendwie die Zeit

00:25:30: und – wie soll ich sagen? – die Geduld gefehlt.

00:25:35: Ist immer noch auf meiner To-do-Liste, aber-

00:25:37: Du bist noch nicht ganz weg?

00:25:38: Nein, gar nicht, weil ich es immer noch cool finde.

00:25:40: Aber ich habe dann wirklich gedacht:

00:25:42: „Okay, wie cool wäre das, wenn du als Bauchredner Beatboxen könntest.“

00:25:45: Und das war dann so, dass der Emil am Schluss, und das ist super angekommen,

00:25:50: Beatboxen konnte.

00:25:51: Und ich habe mir dann überlegt:

00:25:52: „Okay, welche Geräusche kann ich mit meinem Mund machen,

00:25:54: ohne meine Lippen zu bewegen?

00:25:55: Wie kann ich das in einen Beatbox-Rhythmus verbinden?“

00:25:58: Und das ist super angekommen, weil ich natürlich gesagt habe:

00:26:01: „Emil, Beatboxen, kein Bauchredner auf der Welt kann Beatboxen.“

00:26:05: Und dann fängt er plötzlich an. Und das war für die Leute: „Wow.“

00:26:09: Weißt du es noch nicht ganz.

00:26:10: Es gibt so Dinge, die du immer wieder neu lernst,

00:26:14: dass du dir Sachen vornimmst für die nächsten Jahre

00:26:19: und das versuchst dann abzuhaken.

00:26:21: Ja, also ich habe immer schon in meinem Leben Dinge,

00:26:25: die mir selber gut gefallen, die ich irgendwo sehe, wo ich mir denke:

00:26:28: „Oh, das ist cool. Das würde ich gerne können“

00:26:31: oder „Ich würde das gerne ausprobieren. Kann ich das?“

00:26:33: Das war beim Zaubern so, das war beim Bauchreden so.

00:26:35: Ich bin immer ins kalte Wasser gesprungen.

00:26:38: Ich habe in der Corona-Zeit …

00:26:40: Seit 20 Jahren beschäftige ich mich mit Hypnose.

00:26:43: Während der Corona-Zeit habe ich dann eine Hypnose-Coach-Ausbildung gemacht,

00:26:46: weil ich gesagt habe, ich will das einfach lernen,

00:26:48: weil ich weiß, das ist für mich das Faszinierendste,

00:26:50: was ich je in meinem Leben lernen durfte, weil es einfach unfassbar ist,

00:26:55: was du mit deinem Unterbewusstsein alles quasi umprogrammieren, gestalten kannst

00:26:59: und wie du dich selbst damit, auch deine Umwelt damit beeinflussen kannst.

00:27:04: Und das sind lauter so Dinge, die ich dann einfach mache.

00:27:08: Und bei manchen bleibe ich dran. Bei manchen, die skippe ich dann wieder.

00:27:13: Also ich wollte Schlagzeug spielen.

00:27:14: Ich habe ein halbes Jahr Schlagzeug gespielt, was ich urcool finde.

00:27:16: Und da habe ich aber gemerkt:

00:27:17: „Okay, ist cool, aber es kostet mich leider dann doch zu viel Zeit.

00:27:20: Ich weiß, ich werde das wahrscheinlich gar nicht weitermachen, immer alleine,

00:27:23: da bräuchte ich eine Band“,

00:27:25: und das habe ich dann gelassen, obwohl ich es wahnsinnig erkundigen würde.

00:27:28: Aber das sind so Sachen, ich sehe was.

00:27:30: Und wenn es mir taugt, probiere ich es aus.

00:27:32: Und kannst vielleicht irgendeinen Nutzen daraus ziehen?

00:27:34: -Genau. -Für irgendeine Figur?

00:27:37: So wie eben. Ja.

00:27:38: Also ich finde überhaupt, man muss sehr neugierig bleiben

00:27:40: – das ist ganz wichtig –,

00:27:41: viele Dinge ausprobieren und mit offenen Augen durchs Leben gehen

00:27:46: und nicht die ganze Zeit diesen hier machen.

00:27:48: Ist eh schwer genug.

00:27:51: Du hast ein sprödes Trommelfell. Wie kam es da?

00:27:54: Ja, ist richtig.

00:27:55: Warst du bei einer Kontrolle, oder?

00:27:57: Ja, ich komme so ein bisschen aus dem Extremsport.

00:28:00: Ich war jahrelang Fallschirmspringen und Snowboarden extrem und Wakeboarden.

00:28:04: Und beim Wakeboarden habe ich mich bei einem Sprung innerhalb von,

00:28:07: glaube ich, ein paar Monaten zweimal das Trommelfell gerissen.

00:28:11: Und da ist herausgekommen, da hat mir der HNO-Arzt damals gesagt,

00:28:14: ich darf nicht tauchen gehen, weil das ist für mich lebensgefährlich,

00:28:17: weil bei mir mein Trommelfell viel leichter reißt als bei anderen.

00:28:20: Dein Druckausgleich beim-

00:28:21: Weil ich so ein sprödes, so ein vernarbtes Trommelfell habe.

00:28:24: Ich habe als Kind ganz viele Mittelentzündungen gehabt,

00:28:27: bin auch operiert worden damals, habe Paukenröhrchen gehabt.

00:28:32: Ich wusste das auch nicht.

00:28:33: Ich war eh nie tauchen, obwohl mich das auch wieder gereizt hätte.

00:28:36: Und jetzt weiß ich: Okay, nein.

00:28:38: Und seitdem weiß ich, mein Trommelfell ist ziemlich vernarbt.

00:28:42: Und das ist wahrscheinlich auch der Grund,

00:28:44: warum ich jetzt nicht zu 100 % perfekt höre.

00:28:46: Also ich höre schon gut, aber ich glaube, es könnte …

00:28:49: Na ja, wenn du beim Tontechniker sagst immer: „Lauter, lauter.“

00:28:52: Beim Soundcheck kommt es schon vor, dass ich sage:

00:28:54: „Kannst du mir den Monitor, also die Box ein bisschen lauter machen“,

00:28:57: und der sitzt 40 Meter weit hin und sagt:

00:28:59: „Niki, ich höre das schon wahnsinnig laut. Wie laut soll ich es denn noch machen?“

00:29:02: Und man denkt: „Ui, bitte mach es ein bisschen lauter.“

00:29:06: Weil du spürst dich dann besser oder was?

00:29:08: Ja, ich spüre mich besser und ich merke es auch oft in Gesprächen,

00:29:12: dass jemand was sagt und ich sage: „Entschuldige. Was?“

00:29:17: Manchmal denke ich mir, ich habe zwar vor drei Jahren einen Hörtest gemacht,

00:29:20: der war gar nicht so schlecht, aber manchmal habe ich schon das Gefühl,

00:29:23: es ist nicht mehr so, wie es früher war.

00:29:25: Vielleicht ist es auch altersbedingt.

00:29:27: Du hast den Fünfziger gefeiert letztes Jahr.

00:29:29: -Ja. -Oder heuer?

00:29:30: -Ja, heuer. -Heuer?

00:29:31: Heuer. Ja.

00:29:32: Also insofern finde ich dieses Thema hier wahnsinnig genial,

00:29:36: dass es da etwas gibt schon für Babys,

00:29:40: die, wenn sie nicht hören, dass man ihnen einfach damit eine Möglichkeit eröffnet.

00:29:45: Weil es jetzt diese Neugeborenen-Tests gibt

00:29:47: und dann weiß man eben schon sehr früh, dass das Baby eben nicht-

00:29:50: Finde ich großartig.

00:29:51: Wann gibt es denn eine Puppe mit CI, mit Cochlea-Implantat?

00:29:56: Hast du das mal überlegt?

00:29:57: Es wäre eigentlich ein spannendes Thema. Das wäre eine spannende Idee.

00:30:02: Hat auch noch niemand.

00:30:03: Also spontan würde mir einfallen, eine Bauchrednerpuppe,

00:30:07: die nicht auf mich reagiert, wo man dann draufkommt:

00:30:10: „Hoppala, die hört nichts.“

00:30:11: Die hört nichts.

00:30:12: Und dann sage ich: „Du, pass auf. Da gibt es was. Ich habe das“,

00:30:14: und dann gibt man das drauf und dann ist auf einmal …

00:30:19: Die Welt eröffnet sich.

00:30:21: Aber ich glaube, genauso ist es ja für all jene Menschen, die …

00:30:24: Also so stelle ich es mir vor, die einfach nichts oder sehr schwer hören,

00:30:28: und dann plötzlich, das muss ja wie eine Wiedergeburt sein.

00:30:31: Da musst du mal auf YouTube gehen. Da gibt es wunderschöne Fotos.

00:30:34: Da weinst du, wenn die Babys freigeschaltet werden,

00:30:38: wenn die Babys das Cochlea-Implantat implantiert bekommen haben

00:30:42: und dann plötzlich das erste Mal die Stimme von Mama oder Papa hören.

00:30:46: -Was? -Die sind so rührend.

00:30:49: Also genial, was da mittlerweile medizinisch möglich ist.

00:30:53: Vielleicht wird das was mit der Puppe.

00:30:55: Das wäre eine lustige Geschichte.

00:30:57: Ich glaube, es ist für alle zugänglich, oder?

00:30:59: -Das finde ich ja genial. -Also in Österreich ja.

00:31:02: In Österreich, da sind wir sehr im Vorteil.

00:31:05: Was ich vorher noch vergessen habe zu fragen, das hast du mir mal erzählt,

00:31:07: dass bei Bauchreden du manche Buchstaben auslässt,

00:31:10: weil die kann man nicht …

00:31:12: Na ja, auslassen tue ich es nicht, weil ich mich da drüber schummel.

00:31:15: Welche waren das?

00:31:16: Drei Buchstaben, die man gar nicht sagen kann.

00:31:18: B, P und M. Da musst du die Lippen schließen.

00:31:20: -B, P und M. -Genau.

00:31:23: Das heißt, die Wörter umschiffst du?

00:31:24: Die umschiffe ich beziehungsweise

00:31:26: ich spreche für diese Buchstaben andere Buchstaben aus.

00:31:31: Das ist statt dem P ein T, statt dem M ein N und statt dem B ein D.

00:31:36: Das heißt, wenn ich sage jetzt: „Hallo, ich bin die Martina“,

00:31:40: sage ich eigentlich: „Hallo, ich din die Nartina.“

00:31:43: Ich spreche diese Buchstaben aber so weich aus, schiebe meine Zunge hervor,

00:31:46: das muss man einfach ein bisschen üben.

00:31:47: Und dann: „Hallo, ich din die Nartina“,

00:31:49: und dann hört sich es aber trotzdem an wie: „Ich bin die Martina.“

00:31:52: Was natürlich hilft, dass die Leute in ihrem Kopf schon umwandeln,

00:31:57: weil „Ich din die Nartina“ kennt das Hirn nicht.

00:32:01: Das heißt, es wandelt sowieso um auf: „Ich bin die Martina.“

00:32:03: Du musst es aber trotzdem sehr weich aussprechen.

00:32:05: Also es soll sich schon so anhören.

00:32:07: Da merkst du auch, besserer Bauchredner, schlechterer Bauchredner,

00:32:10: weil da hörst du wirklich ein „Ich din die“,

00:32:12: wo sie sagen: „Wer ist die Nadina?“

00:32:14: Und ich habe mich die ersten zwei, drei Jahre

00:32:18: nicht über diese Buchstaben getraut.

00:32:20: Also der erste Text mit dem Emil war zehn Minuten ohne B, P und M.

00:32:24: -Wirklich schwer. -Wahnsinnig schwer.

00:32:26: Und ich habe dann so eine Technik für mich entwickelt,

00:32:29: zum Beispiel, wenn der Emil jetzt sagen müsste:

00:32:33: „Niki, da hinten siehst du die Mama?“, war das bei mir:

00:32:36: -Niki, Niki. -Was?

00:32:38: -Niki, Niki, Niki. -Was?

00:32:39: -Niki, siehst du? -Was?

00:32:40: -Siehst du nicht die da hinten? -Wenn meinst du? Die Mama da hinten?

00:32:43: Genau. Die.

00:32:44: -Ach so. -Das heißt, ich habe es für ihn gesagt.

00:32:45: Okay, aber dann, irgendwann ist es gegangen?

00:32:48: Ja, irgendwann bin ich drauf gekommen: „Hoppala, ich kann es doch“,

00:32:51: weil ich dann mir sehr gute Bauchredner angeschaut habe

00:32:55: und mir gedacht habe: „Aber die sagen das. Ich höre es.“

00:32:57: Habe mich damit beschäftigt und dann bin ich draufgekommen:

00:32:59: „Okay, die sprechen einfach diese Buchstaben ganz weich aus

00:33:02: und du musst dann einfach eine Zungenposition finden,

00:33:07: damit sich das so anhört.“

00:33:09: Das funktioniert eigentlich sehr gut,

00:33:11: aber natürlich versuchst du diese Wörter irgendwie zu umschiffen.

00:33:15: Du findest sehr schnell. Also das lernt man.

00:33:17: Du bist sehr schnell im Kopf dann, was Synonyme betrifft.

00:33:19: Also mein Endgegner wäre P-F, Pferd zum Beispiel,

00:33:22: als Bauchredner für mich unmöglich.

00:33:24: Dann sage ich:

00:33:25: -Der Gaul. -Was?

00:33:26: -Der Gaul. -Der Gaul.

00:33:27: -Ja, Stute. -Stute.

00:33:28: -Also du findest sofort … -Man hinkt sich.

00:33:30: Aber man muss trotzdem unheimlich schnell sein.

00:33:32: Ja, aber das kommt.

00:33:33: Ich meine, ich sage immer, ich habe das große Glück,

00:33:35: ich bin sicher nicht der intelligenteste Mensch,

00:33:37: aber ich bin verdammt schnell im Kopf.

00:33:38: Du bist schnell im Reden.

00:33:39: Ich reagiere sehr schnell auf Situationen.

00:33:42: Das hilft.

00:33:43: Aber es ist natürlich die Erfahrung.

00:33:45: Jetzt mache ich ja doch schon seit 30 Jahren Zaubern,

00:33:48: seit 20 Jahren Bauchreden.

00:33:50: Und wenn du das tagtäglich machst, das ist wie ein Schlagzeugspieler,

00:33:53: der nicht mehr nachdenkt, der jedes einzelne Gliedmaß bewegt

00:33:58: oohne nachzudenken.

00:33:59: Obwohl du immer happy bist, dass die Show anders ist,

00:34:01: dass du auf so Sachen schnell reagierst.

00:34:04: -Ich liebe es. -Dass nicht jeder Abend gleich ist.

00:34:06: Es gibt für mich nichts Schlimmeres als eine Show,

00:34:08: die von A bis Z einfach so wie ich es geschrieben habe funktioniert,

00:34:12: sondern ich liebe es, wenn Leute anders reagieren,

00:34:16: wenn was im Publikum passiert, wenn wer aufsteht, wenn wer niesen muss.

00:34:20: Es gibt kaum was, was noch nicht passiert ist.

00:34:22: Aber bei mir ist es oft so, dass dadurch, dass jeder Zuschauer auf der Bühne

00:34:27: auch anders reagiert.

00:34:28: Ich hole mir niemanden raus, den ich kenne,

00:34:30: weil ich will eine ganz natürliche Reaktion

00:34:33: und dadurch ist auch jeder Abend,

00:34:35: obwohl es die gleichen Nummern sind, völlig unterschiedlich.

00:34:37: Also das Feedback bekomme ich immer wieder, dass Leute sagen:

00:34:40: „Ich war jetzt schon zum vierten Mal bei dir.“

00:34:41: Es ist immer anders, wo ich mir denke:

00:34:43: „Na ja, eigentlich nicht, aber eigentlich ja.“

00:34:46: Schauen Sie sich ihn an. Das muss man anschauen.

00:34:48: Nicht auf YouTube, sondern richtig in den Shows.

00:34:50: Mit der Live-Atmosphäre.

00:34:51: Du bist eh unterwegs jetzt. Das Programm ist ja lustig.

00:34:54: Über das könnte man noch eine Stunde reden.

00:34:56: Wie heißt es jetzt?

00:34:57: Größenwahn – Auf der Suche nach den fehlenden 10 cm.

00:35:00: Und nein, es sind nicht die Zentimeter, an die vielleicht einige denken.

00:35:03: Es geht um einen ausgebliebenen Wachstumsschub.

00:35:05: Einen ausgebliebenen Wachstumsschub?

00:35:06: Also, Tricky Niki jederzeit in Österreich,

00:35:09: die nächsten zwei Jahre wahrscheinlich, oder?

00:35:12: Mit dem Programm bin ich jetzt gerade noch aktuell unterwegs bis '26.

00:35:16: Und der Plan ist im Jänner '27 dann mit dem neuen rauszukommen.

00:35:19: Da bin ich gespannt. Vielleicht mit einer CI-Puppe.

00:35:22: Ja, einfach auf die Website schauen: trickyniki.com.

00:35:25: Ich sage immer dazu: Bitte „Tricky Niki“. In welche Kamera muss ich das?

00:35:28: „Tricky Niki“ richtig schreiben.

00:35:30: Wenn man es nämlich falsch schreibt, das sage ich immer dazu,

00:35:32: das ist nämlich nicht gelogen: Man kommt auf die Seite einer Stripperin.

00:35:35: Wirklich?

00:35:36: Ich selbst dachte, ich wurde gehackt damals.

00:35:39: Weiß nicht, ob es noch immer so ist, aber ich bin da draufgekommen.

00:35:41: Ich habe mich selber falsch geschrieben in der Hektik.

00:35:43: Ja, das passiert.

00:35:45: -Vielen Dank, Tricky Niki. -Danke. Danke.

00:35:48: Ihnen auch vielen Dank für Ihr Interesse

00:35:49: und wir freuen uns auf das nächste Hörgespräch wieder hier.

00:35:52: Wie gesagt, klicken Sie auf YouTube und schauen Sie sich das mal an.

00:35:55: Bis zum nächsten Mal. Auf Wiederhören. Auf Wiedersehen.

00:35:57: -Niki, kann ich raus? Bitte. -Emil, wir sind noch nicht fertig.

00:35:59: Zum Schluss: Persönliches über das Hören.

00:36:03: Gibt es einen Hörmoment, der Sie besonders berührt?

00:36:08: Ich bin vor einem halben Jahr, vor, nein, fünf Monaten Onkel geworden.

00:36:13: Meine kleine Schwester hat einen kleinen Buben auf die Welt gebracht

00:36:16: und für mich das schönste Geräusch auf dieser Welt war

00:36:20: oder ist einfach dieses Babylachen.

00:36:22: Das ist etwas, was mein Herz höher schwingen lässt

00:36:25: und ist was ganz Besonderes für mich.

00:36:28: Welche Musik macht Sie glücklich?

00:36:32: Das ist ganz schwierig,

00:36:35: weil ich mir so viele verschiedene Musikrichtungen gerne anhöre.

00:36:39: Von der Klassik bis Hip-Hop ist alles dabei.

00:36:42: Aber am liebsten, glaube ich, habe ich Musiknummern,

00:36:46: wo ich eine Gänsehaut bekomme,

00:36:48: die mich richtig motiviert und wo ich das Gefühl habe,

00:36:52: ich kann alles schaffen und ich reiße jetzt alle Mauern nieder.

00:36:56: Welche Botschaft haben Sie an unsere Zuseher?

00:37:01: Ich würde sagen, da gibt es so viele.

00:37:03: Aber schaut auf dieser Welt nicht nur hin, sondern hört auch gut zu.

00:37:08: Hört den Menschen zu, weil ich glaube,

00:37:11: dadurch wird das Miteinander und die Kommunikation wieder besser.

00:37:14: Und das ist etwas, was wir, glaube ich,

00:37:16: auf dieser Welt im Moment gerade brauchen, dieses Miteinander.

00:37:18: Und das geht nur, wenn man dem anderen auch wirklich zuhört.

00:37:21: Wäre Ihr Leben ohne Gehör anders verlaufen?

00:37:25: Ja, natürlich.

00:37:26: Also ich kann es mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen, nichts zu hören,

00:37:31: weil dann all die Dinge, die ich in meinem Leben gemacht habe,

00:37:34: wahrscheinlich sehr schwer bis nicht möglich sind.

00:37:37: Und darum finde ich es großartig, dass es diese Möglichkeit gibt, dass man Menschen,

00:37:42: die eben nicht hören oder schlechter hören,

00:37:45: das wieder schenken darf und kann,

00:37:46: und dass die in Wirklichkeit es wie eine Art Wiedergeburt erleben.

00:37:51: Also ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das für die sein muss,

00:37:53: und ich finde das großartig.

00:37:55: Und kann nur im Namen aller sagen: Danke, danke, danke.

00:37:59: Und faszinierend, dass es so was gibt.

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