#54 - Susi Stach & Karl Fischer
Shownotes
Hörgespräche: Sinnvolles aus dem Leben – Wöchentliche Interviews mit bewegenden Persönlichkeiten. Mehr dazu auf https://hoerenbewegt.at
Gäste: Susi Stach & Karl Fischer Moderation: Carola Gausterer
Inhalt der Sendung: Susi Stach, Schauspielerin, Schauspieldozentin und Dialektcoach, auf Besuch mit ihrem Ehemann und Berufskollegen Karl Fischer. Von den „Vorstadtweibern“ bis hin zur aktuellen Serie „Die Fälle der Gerti B.“, sind beide dem heimischen Film-, TV- sowie Theaterpublikum wohl bestens bekannt.
Neben spannenden Einblicken hinter die Kulissen erfahren wir im Rahmen ihres sozialen Engagements auch über die enge Beziehung zu einem afghanischen Jugendlichen mit Hörbeeinträchtigung, den sie auf seinem Hörweg schon viele Jahre begleiten.
Karl Fischer trägt zwei Hörgeräte. Susi Stach meint augenzwinkernd, damit höre er besser zu. Er selbst betont jedoch, dass die Hörversorgung sein Leben entscheidend verändert habe. In einem Punkt sind sich beide einig: Gutes Hören ist für ihr Leben unverzichtbar.
Sehr sympathische Gespräch mit dem österreichischem Schauspielerehepaar!
Über HÖREN BEWEGT: Alles um uns ist Kultur. Sie bedeutet die Gestaltung des Zusammenlebens, Traditionen, Geschichte Politik sowie den künstlerischen Ausdruck einer Gesellschaft. Die Pflege und Entwicklung jeglicher Form von Kultur erfordert zwischenmenschlichen Austausch. Welche entscheidende Rolle ein intaktes Gehör dabei zukommt, zeigt die Initiative HÖREN BEWEGT. Themen und Events zu Leben, Kunst, Bildung und vielem mehr lassen Sie eintauchen in die spannende und wunderbare Welt des Hörens! Mehr zur Initiative HÖREN BEWEGT auf https://hoerenbewegt.at
Über MED-EL:
MED-EL Medical Electronics, führender Hersteller von implantierbaren Hörlösungen, hat es sich zum vorrangigen Ziel gesetzt, Hörverlust als Kommunikationsbarriere zu überwinden. Das österreichische Familienunternehmen wurde von den Branchenpionieren Ingeborg und Erwin Hochmair gegründet, deren richtungsweisende Forschung zur Entwicklung des ersten mikroelektronischen, mehrkanaligen Cochlea-Implantats (CI) führte, das 1977 implantiert wurde und die Basis für das moderne CI von heute bildet. Damit war der Grundstein für das erfolgreiche Unternehmen gelegt, das 1990 die ersten Mitarbeiter aufnahm. Heute beschäftigt MED-EL weltweit mehr als 2200 Personen aus ca. 75 Nationen in 30 Niederlassungen.
Das Unternehmen bietet die größte Produktpalette an implantierbaren und implantationsfreien Lösungen zur Behandlung aller Arten von Hörverlust; Über 200.000 Menschen in 124 Ländern hören mithilfe eines Produkts von MED-EL.
Mehr zu MED-EL auf https://medel.com
Transkript anzeigen
00:00:00: Und bei vielen war es ja nur einfach ein Anstoß
00:00:02: oder ein Telefonat mit irgendeiner Behörde,
00:00:07: das dann zu etwas geführt hat,
00:00:09: wo man sagt, es geht weiter und weiter, es bringt was.
00:00:12: Also das ist schon …
00:00:14: Und viele, die man schon lange betreut, wo man weiß: „Okay,
00:00:18: da habe ich die Hand hingehalten, dass die nächste Stufe erklommen wurde
00:00:22: und es geht weiter, weiter, weiter“, das ist schon toll.
00:00:37: Hörgespräche – Sinnvolles aus dem Leben
00:00:45: Hallo, herzlich willkommen bei den Hörgesprächen.
00:00:48: Schön, dass Sie wieder mit dabei sind.
00:00:49: Wir haben wieder interessante Gäste eingeladen
00:00:51: und sie sitzen auch schon da in unserem neuen Setting.
00:00:54: Schön, dass ihr da seid.
00:00:55: -Hallo. Herzlich willkommen -Hallo.
00:00:57: Und zwar Schauspieler, Ehepaar, Partner fürs Leben.
00:00:59: Ihr seid schon ganz lange verheiratet und ihr engagiert euch auch sozial sehr
00:01:04: und darüber wollen wir heute auch sprechen.
00:01:06: Susi Stach und Karl Fischer. Hallo.
00:01:08: -Hallo. -Hallo.
00:01:09: Hallo. Was bedeutet Hören für euch?
00:01:12: Das ist so die Einstiegsfrage, die ich unseren Gästen ganz gern stelle.
00:01:16: Was bedeutet Hören für dich, Susi?
00:01:18: Meinen ganzen Beruf.
00:01:20: Also mein ganzer Beruf, da geht es eigentlich um Hören.
00:01:23: Also sowohl, wenn ich unterrichte, ich unterrichte an der MUK
00:01:27: herangehende Schauspieler in Arbeit vor der Kamera.
00:01:31: Da kennen sie schon meine drei wichtigsten Dinge für das Schauspiel vor der Kamera,
00:01:35: nämlich „Zuhören, zuhören, zuhören“, weil es nur darum geht eigentlich.
00:01:41: Weil der Text, den man selber bekommt vom Drehbuchautor, ist ja ein Vorschlag,
00:01:46: wie man reagieren könnte auf das,
00:01:48: was der andere oder die andere einem gerade gesagt hat.
00:01:52: Und wenn ich selber spiele, geht es mir genauso.
00:01:55: Mein Text ist auch da, nur eine Reaktion darauf,
00:01:59: auf das, was ich eben gerade gehört habe.
00:02:02: Also ganz, ganz wichtige Leitung. Das weiß man schon.
00:02:04: Susi Stach kommt rein und sagt: „Zuhören, zuhören, zuhören.“
00:02:07: Karl, wie schaut es bei dir aus?
00:02:09: Bei mir ist es so, dass die Susi ja oft über die Jahre, die wir verheiratet sind,
00:02:16: gesagt hat: „Du hast mal wieder nicht zugehört.“
00:02:19: Also scheinbar habe ich Probleme mit dem Zuhören
00:02:21: und deshalb habe ich jetzt Hörgeräte.
00:02:24: Ah, sieht man.
00:02:25: Seitdem ist die Beziehung natürlich noch besser geworden.
00:02:28: -Ja, viel besser. -Du hörst einfach.
00:02:30: Ist doch unmöglich.
00:02:32: Du kannst ihr kaum entkommen wahrscheinlich?
00:02:35: -Auf beiden Seiten? -Ja, auf beiden Seiten.
00:02:37: Seit wann?
00:02:39: Ich glaube, ich habe schon seit vier Jahren.
00:02:42: Aber das Problem ist ja, dass man am Anfang, da man ja eh noch denkt,
00:02:47: man hört eh gut, dann vergisst man es wieder,
00:02:50: dann gibt man es nicht rein.
00:02:51: Und jetzt versuche ich, konsequent die jeden Tag reinzugeben.
00:02:55: Und das bringt was, weil ich merke auch, wenn man das nicht macht,
00:03:00: wenn man das nicht behandelt,
00:03:01: das habe ich auch bei meiner Mutter gesehen,
00:03:04: dann wird das immer blöder.
00:03:06: Dann fängt man an, nicht mehr zu reagieren und hört viele Sachen nicht.
00:03:11: Wo es heute auch noch schwierig ist, ist, wenn wir bei so einem Event sind
00:03:15: und es ist Musik und es reden viele Leute.
00:03:19: Dann ist es sehr schwierig, wenn dann zum Beispiel jüngere Leute mit mir reden,
00:03:24: die höhere Stimmen haben,
00:03:26: dann merke ich auch, dass ich manchmal reagiere und sage:
00:03:30: „Jetzt denke ich, jetzt muss man … Ja, oh, ja.“
00:03:35: Und das ist schwierig,
00:03:36: aber eigentlich habe ich nichts verstanden, was sie gesagt haben.
00:03:39: Wenn es besonders laut ist, mache ich das auch manchmal.
00:03:40: -Das ist ein: „Ah ja.“ -Ja, ja.
00:03:44: Also verstehe ich.
00:03:45: Aber jetzt wird es wirklich konsequent getragen?
00:03:47: Ja, jetzt versuche ich es, es konsequent zu tragen.
00:03:49: Also in der Nacht nicht, weil da muss man den Akku aufladen.
00:03:52: Aber in der Nacht gibt es ja eh nichts zu hören.
00:03:58: -Möglicherweise … -Schnarcht die Susi?
00:04:01: Eine Dame schnarcht nicht.
00:04:03: Die Susi, eine Dame schnarcht nicht, sondern sie atmet
00:04:07: auf einmal ein bisschen tiefer.
00:04:10: Schnarcht er?
00:04:12: Auch.
00:04:14: Also das ist eine Frechheit.
00:04:17: Du hörst das ja nicht, weil du danach-
00:04:18: Das schneiden wir dann raus. Na klar.
00:04:21: Da müssen wir noch reden. Da wird was.
00:04:23: Du hast eh schon gesagt, du unterrichtest.
00:04:25: Wir kennen dich alle aus Die Fälle der Gerti B. zum Beispiel.
00:04:28: Vorstadtweiber oder CopStories.
00:04:31: Du spielst da auch übrigens mit bei der Gerti?
00:04:34: Ja, ja, ja.
00:04:35: -Ganz verrucht, verruchte Rolle. -Ja.
00:04:39: Der fast in Pension seiende Rotlicht-König, oder was?
00:04:42: Ja, verrucht und verraucht. Schon ein bisschen, also …
00:04:44: -Franco? -Franco. Genau, ja.
00:04:47: Schöne Rolle, finde ich.
00:04:49: Schön, dass man das verbinden kann.
00:04:51: Ja, das ist großartig.
00:04:52: Also das überhaupt, Gerti B. drehen mit Freunden.
00:04:55: Gott sei Dank haben wir nicht so vieles zu ihnen miteinander.
00:04:58: Da gibt es dann auch keine Konflikte davor und danach.
00:05:01: Aber das Drehbuchlesen geht ganz gut gemeinsam, oder?
00:05:05: Nein, ich lese es für mich.
00:05:07: Separat, separat?
00:05:08: Ja, separat ist immer gut.
00:05:11: Weil du gesagt hast vorher, du unterrichtet.
00:05:14: Du bist auch Dialektcoach.
00:05:17: Kannst du mal da zwei, drei verschiedene Dialekte einfach so?
00:05:20: -Geht das so? -Nein, nein.
00:05:21: Überhaupt nicht. Das kann ich überhaupt nicht.
00:05:23: Mein einziger Dialekt, den ich so kann, ist Wienerisch.
00:05:26: -Na gut, du bist Wienerin? -Ich bin in Ostwien aufgewachsen.
00:05:29: Und das, was ich am meisten natürlich coache sozusagen,
00:05:33: ist Umgangsösterreichisch für Nichtösterreicher.
00:05:36: Aber wenn ich zum Beispiel selber einen Dialekt coachen muss,
00:05:40: habe ich schon öfters gemacht,
00:05:42: zum Beispiel tirolerisch, zum Beispiel kärntnerisch,
00:05:45: dann mache ich das ganz akademisch.
00:05:47: Ich treffe mich mit einem Dialektforscher oder -forscherin, lasse mir den Dialekt
00:05:52: genau erklären, also höre genau zu, und lerne ihn zu hören.
00:05:57: Ich lasse es dann von einem Muttersprachler
00:05:59: oder Muttersprachlerin aufnehmen den Text, und ich bin das Ohr dazu.
00:06:03: Also ich übe dann mit dem jeweiligen Schauspieler, Schauspielerin
00:06:07: und kann hören, wo es warum nicht klappt.
00:06:11: Weil es ist sehr faszinierend, dass man in die Rolle so eintaucht,
00:06:13: dass man diesen schwäbischen Dialekt oder so …
00:06:16: Na ja, für mache,
00:06:20: mein Meisterstück ist Daniel Brühl als Niki Lauda in Rush.
00:06:24: -Genau, den du gecoacht hast? -Den ich gecoacht habe. Ja.
00:06:27: Da ist es unumgänglich, das zu lernen,
00:06:29: weil Niki Lauda, wie der klingt, weiß jeder.
00:06:32: -Weiß jeder. -Genau.
00:06:34: Das heißt, wie hast du das gemacht dann?
00:06:37: Ich habe gebeten, da war er noch nicht so berühmt, wie er inzwischen ist,
00:06:41: dass er nach Wien kommen darf zum Üben,
00:06:43: und wir hatten damals, tatsächlich eine Woche
00:06:46: hat uns die Produktion gegeben.
00:06:48: Fast schon Luxus?
00:06:49: -Ja, Luxus im Ganzen. -In der heutigen Zeit?
00:06:51: Das ganze Drehbuch, das war schon knapp.
00:06:55: Aber er ist extrem musikalisch
00:06:58: und hat schon als Kind eigentlich Synchro gemacht, um Geld zu verdienen.
00:07:03: Das heißt, er liebt das und fürchtet sich nicht davor.
00:07:09: Das hilft natürlich.
00:07:11: Helen Mirren war auch Die Frau in Gold. Auch die hast du vorbereitet.
00:07:15: Wie war das?
00:07:17: Großartig.
00:07:19: Großartig, weil natürlich bin ich ein mega Fan von Helen Mirren,
00:07:22: wie wir alle.
00:07:23: Alle, ja.
00:07:25: Und das Schöne ist, dass sie genauso ist, wie man sie sich vorgestellt hat,
00:07:30: nämlich irre witzig, easy, überhaupt nicht:
00:07:34: „Ich bin ein Star, holt mich heraus“, also großartig.
00:07:37: Es war sehr, sehr lustig mit ihr.
00:07:39: Ich habe den ersten Tag am Set, ich war auch immer am Set,
00:07:44: bin ich nie zu ihr gegangen, wenn was nicht gepasst hat.
00:07:46: Und dann hat sie gesagt: „Susi?“
00:07:48: Und ich habe gesagt: „Das geht nicht.
00:07:50: Ich schaue zu und ich kann jetzt nicht einfach zu dir kommen
00:07:52: und sagen, irgendwas passt nicht.“
00:07:53: Ich kann nicht zur Helen Mirren sagen: „Das hat jetzt nicht gepasst.“
00:07:56: „Doch“, hat sie gesagt. „Das ist deine Aufgabe.“
00:07:57: Was hat dir denn nicht gepasst?
00:07:59: Wenn irgendwas im Dialekt nicht gepasst hat,
00:08:02: dann bin ich natürlich nicht zu ihr gegangen.
00:08:04: Und das hat sie aber eingefordert.
00:08:06: Da hat sie gesagt: „Aber genau dafür bist du da.
00:08:07: Bitte mach das.“
00:08:09: Das war schwierig, weil jeden Take mit ihr anzuschauen auf der Combo
00:08:14: war eine Freude.
00:08:16: Es ist unglaublich.
00:08:18: Welche Rolle spielt denn das Zuhören bei Dialektrollen?
00:08:23: Na ja, bei Dialektrollen spielt das Zuhören ganz genauso natürlich,
00:08:27: noch viel mehr in der Vorbereitung, weil, wenn du dich vorbereitest
00:08:31: – ich rede ja auch manchmal in Filmen nicht meinen muttersprachlichen Dialekt –,
00:08:36: ist das Zuhören das Einzige, wie du es überhaupt lernen kannst,
00:08:39: weil du lernst ja sowieso nicht den ganzen Dialekt,
00:08:42: sondern du lernst ja nur deinen Text in dem jeweiligen Dialekt.
00:08:46: Und ohne Zuhören wüsste ich nicht, wie das funktionieren sollte.
00:08:52: Hast du einen Lieblingsdialekt?
00:08:54: -Na ja, wenn ich … -Oder was geht easy?
00:08:57: Was ich schon öfters gemacht habe
00:08:58: und was – vielleicht auch, weil ich Österreicherin bin,
00:09:01: oder sicher, weil ich Österreicher bin –
00:09:02: mir am leichtesten fällt, ist das Bayerische.
00:09:05: Das habe ich schon ein paar Mal gemacht.
00:09:07: Das Norddeutsche sehr selten und finde ich schwer.
00:09:13: Finde ich auch. Auch das Schwäbische.
00:09:14: -Ja, total schwer. Ja. -Ja.
00:09:17: Eine kleine Probe kriegen wir nicht?
00:09:18: -Bayerisch? -Ja.
00:09:19: Na auch da. Ich lerne immer nur jeweils den Text.
00:09:22: Und Texte haben wir jetzt keine.
00:09:24: Da müsste man mir einen Text geben. Dann bereite ich mich vor.
00:09:26: Gerne.
00:09:28: Hast du einen Lieblingsdialekt?
00:09:30: Nein, nein. Ich höre das manchmal.
00:09:32: Ich höre da manchmal zu, wenn die Susi andere Schauspieler coacht.
00:09:36: Da kommen ja ganz berühmte Leute auch zu uns.
00:09:40: Wenn sie mich coacht oder ich sage: „Bitte, jetzt coache mich.
00:09:44: Jetzt machen wir das so“, ist nach recht kurzer Zeit ein Konflikt da.
00:09:52: „Warum soll ich das jetzt so?“
00:09:54: „Ja, aber wenn du es nicht machen willst, dann bitte, dann mache ich das nicht.“
00:09:58: Und dann ist das ganz schnell wieder …
00:10:00: Und dann bleibt es dann auch übers Wochenende,
00:10:02: wo man dann privat ist, oder?
00:10:04: -Ja, wobei … -Oder könnt ihr das trennen?
00:10:07: Nein, wir sind schon ganz gut, dass wir uns dann wieder aus solchen …
00:10:10: Dann sagen wir: „Okay, gut, dann bereitest du dich selber voran.“
00:10:13: Das ist auch ein großer Irrtum von vielen Leuten, dass sie glauben,
00:10:18: dass man eine Rolle mitnimmt.
00:10:20: Das passiert eigentlich ganz selten.
00:10:22: Also es gibt ein paar Kollegen: „Oh ja, es gibt diesen Witz
00:10:27: ‚Bedauerlicher Unfallkollege ist König geblieben‘.“
00:10:31: Das ist dann ein bisschen blöd, aber …
00:10:34: Oder hast du da andere Erfahrungen gemacht?
00:10:36: Na ja, also eigentlich nicht beim Film, sondern beim Theater.
00:10:39: Wir haben im Schauspielhaus eine Produktion gemacht,
00:10:44: wo mit Originaldokumenten gearbeitet wurde.
00:10:47: Das war der Milošević-Prozess.
00:10:49: Und alle Schauspielerinnen mussten sowohl die Anklägerin spielen,
00:10:56: dann Milošević spielen, dann auch Opfer spielen.
00:11:02: Und das habe ich schon gemerkt.
00:11:04: Dadurch, dass das Originaldokumente waren
00:11:07: und ich damals noch ganz kleine Kinder hatte,
00:11:09: und wir haben Gott sei Dank im vierten Stock gewohnt,
00:11:11: also das haben wir alle, die dort mitgespielt haben,
00:11:14: du hast einfach bis Stock zwei noch ein bisschen geheult,
00:11:17: weil das so in dir drinnen war, diese tatsächlichen Opfer,
00:11:21: die vor Gericht ausgesagt haben und ihre Geschichten erzählt haben.
00:11:25: Das fand ich wirklich …
00:11:27: Also es war grenzwertig,
00:11:30: dass man das wirklich ins Privatleben mitnehmen konnte.
00:11:32: Ja, so was habe ich auch mit dem Franz Murer gehabt.
00:11:36: -Anatomie eines Prozesses. -Anatomie eines Prozesses.
00:11:38: Und das war ganz schwierig, weil der war quasi ein Massenmörder im Krieg
00:11:44: und hat das eigentlich immer abgestritten dann.
00:11:47: Und es war 1963 ein Prozess in Graz und da ist er freigesprochen worden,
00:11:53: obwohl jüdische Zeugen auch da waren, die ihn wirklich live erlebt haben.
00:11:59: Und das war relativ schwierig, da in die Rolle reinzufinden
00:12:04: und den dann auch wieder loszuwerden.
00:12:07: Und auch mit Originaldokumenten.
00:12:09: Ich glaube, das ist der große Unterschied, wenn das reine Fiktion ist.
00:12:13: -Vorstadtweiber? -Ja, Fiktion.
00:12:15: Das nimmst du nicht mit.
00:12:17: Na ja, da sind die Vorstadtweiber auch in Wien.
00:12:20: Ja, aber …
00:12:21: Ja, aber das andere ist wurscht.
00:12:25: Das sind andere Texte.
00:12:26: -Nein, das ist wirklich harter Tobak. -Ja.
00:12:29: Das ist klar, dass ihr das mitnehmt.
00:12:31: Wie beeinflusst gutes Hören
00:12:33: die stimmliche Arbeit und vor allem die Artikulation?
00:12:38: Also meine Artikulation hat sich,
00:12:41: glaube ich, durch das Zuhören oder das Im-Beruf-Sein, extrem verbessert,
00:12:47: weil ich kann mich erinnern, mein erster Film,
00:12:49: da war ich noch in der Schule,
00:12:51: habe ich eine Rolle gekriegt bei der Heide Pils
00:12:55: und mein Vater hat sich das dann angeschaut und hat dann gesagt:
00:12:58: „Ich habe gar nichts verstanden, was du gesagt hast.“
00:13:01: Witzig.
00:13:02: Ich habe relativ unverständlich geredet und das hat sich schon extrem verbessert.
00:13:07: Gar nicht, weil ich so eine tolle Ausbildung hatte,
00:13:09: sondern allein durch das Zuhören, durch auf der Bühne stehen,
00:13:13: mit anderen zu interagieren und das zu hören,
00:13:16: hat sich extrem verbessert.
00:13:20: Bei dir?
00:13:21: Ja, bei mir gibt es eine interessante Sache.
00:13:25: Die Rolle, mit der ich eigentlich am bekanntesten geworden bin,
00:13:29: ist der Sergente Vianello in den „Donna Leon“-Filmen.
00:13:34: Und das war ja eine rein deutsche Produktion,
00:13:37: die in Venedig gespielt wurde.
00:13:38: Wir haben alle Italiener gespielt.
00:13:41: Und sehr oft bin ich dann von Schweizern angesprochen worden auf Italienisch
00:13:47: und habe gesagt: „Oh, leider, ich kann nicht Italienisch.
00:13:51: Ich spiele das nur.“
00:13:54: Ja, das ist das, was interessant ist,
00:13:58: dass die Leute sehr oft glauben, sie hören wirklich Italienisch.
00:14:03: Dabei haben sie nur Deutsch gehört.
00:14:05: Aber es war ein tolles Kompliment, oder? Das hast du gut verkauft?
00:14:08: Ja, aber ich habe das Kompliment nicht verstanden,
00:14:10: weil die Italienisch geredet haben.
00:14:12: Schade, schade. Aber woher wissen wir denn das jetzt?
00:14:17: Ich habe es mir übersetzen lassen.
00:14:18: Ach so. Ja, gut.
00:14:20: Gibt es Rollen oder Szenen,
00:14:21: bei denen das Thema Hören eine besondere Rolle gespielt hat?
00:14:24: War das schon mal Thema?
00:14:26: Wir hatten ja schon die Hilde Dalik da, die im Bergdoktor mit dem Hörapparat
00:14:31: und vielleicht in Zukunft mit einem Cochlea-Implantat-
00:14:33: Oh, wow.
00:14:34: -durch die Serie gehen wird.
00:14:36: Man weiß, man weiß es nicht.
00:14:37: Bei den Hörgesprächen 2026 geht es ja heuer um „Grenzenlos hören“
00:14:41: und ihr seid jetzt beide, sage ich jetzt mal, sozial engagiert
00:14:45: und da gibt es eine schöne Geschichte.
00:14:47: Seit der Flüchtlingskrise 2025 helft ihr Familien.
00:14:51: -2015. -2015, Entschuldigung, natürlich.
00:14:53: Helft ihr Familien.
00:14:55: Wie kam es dazu und was für Hilfe wird benötigt?
00:14:59: Also angefangen habe ich 2015 mit Fahrten nach Traiskirchen,
00:15:05: damals noch mit der ganzen Theatergruppe von der Hilde Dalik.
00:15:10: Das waren unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge,
00:15:12: die aus verschiedensten Ländern gekommen waren.
00:15:14: Die sind mit uns mitgefahren und haben dann eben gedolmetscht für uns
00:15:19: und herausgefunden, was die Leute genau brauchen.
00:15:23: Und das haben wir dann zusammengesucht in Wien und wieder hingebracht.
00:15:26: Das heißt, die Leute haben Koffer bekommen mit genau den Sachen,
00:15:30: die sie wirklich gebraucht haben.
00:15:31: Aber es war schwierig herauszufinden, was genau jeder braucht.
00:15:34: Und diese Menschen sind dann auch
00:15:38: ein bisschen von uns weiter betreut worden.
00:15:40: Dann sind sie in die Flüchtlingsunterkünfte gekommen,
00:15:43: sind wir dorthin gefahren.
00:15:45: Dann haben wir angefangen, Wohnungen für sie zu suchen, Lehrstellen, Schulen.
00:15:50: Und bis vor Corona hatten wir so eine richtig gut funktionierende
00:15:55: große Community von Nachhilfelehrerinnen und -lehrern.
00:15:59: Wir hatten einen Nachhilferaum, wo Deutschnachhilfe gegeben wurde,
00:16:03: eine Staatsanwältin in Rente hat dort politische Bildung gemacht.
00:16:07: Dann kam Corona und hat das weggesprengt.
00:16:11: Und jetzt ist nichts mehr?
00:16:12: Es sind sehr wenige geblieben, muss ich sagen, sehr viele-
00:16:15: -Schade. -Sehr schade.
00:16:16: -sind abgesprungen.
00:16:17: Manche haben ihre Schützlinge sozusagen weiter betreut.
00:16:21: Jetzt ist es so:
00:16:24: Mehr oder weniger sind es nur mehr wir beide.
00:16:28: Und wir versuchen das irgendwie aufzufangen.
00:16:33: Jetzt gibt es aber eine Familie, die ihr besonders betreut.
00:16:38: Was kannst du da erzählen?
00:16:40: Der Sohn der Familie ist schwerhörig.
00:16:44: Woher sind die?
00:16:45: Die sind aus Afghanistan
00:16:46: und sind auf ihrer Flucht in Samos hängen geblieben,
00:16:50: vier Jahre in diesem schrecklichen Lager.
00:16:53: -Bilder hat man gesehen. -Ja.
00:16:55: Und der Sohn hatte damals nur ein Jahr Volksschulbildung
00:16:59: und war sicher auch da schon schwerhörig,
00:17:03: nicht diagnostiziert.
00:17:05: In Griechenland war dann zum ersten Mal ein Arzt,
00:17:08: der draufgekommen ist, dass er schwerhörig ist.
00:17:12: Hat er dort überhaupt …
00:17:13: Die hatten in dem Camp einmal in der Woche ein bisschen Griechisch,
00:17:17: hat er nichts gelernt natürlich, nicht hörend,
00:17:20: ist dann in Wien eingeschult worden in die zweite Klasse Mittelschule,
00:17:25: ohne Deutsch zu können, ohne alphabetisiert zu sein,
00:17:28: und hat dort original ein Jahr lang gar nichts gelernt.
00:17:33: Ich habe am Anfang des Jahres mit ihm Worte schreiben geübt
00:17:37: und am Ende des Jahres waren es die gleichen Worte, die wir geübt haben.
00:17:41: Er hat wirklich nichts gelernt.
00:17:42: Und dann hat die zwar sehr unfreundliche Direktorin mir dann aber gesagt:
00:17:47: „Na ja, dann muss er in eine Schwerhörigenschule gehen.“
00:17:50: Und da habe ich zum ersten Mal selbst erfahren,
00:17:53: dass es so etwas gibt in Wien.
00:17:56: Gott sei Dank habe ich das erfahren. Das ist der Hammerfestweg 1.
00:17:59: -In der Donaustadt? -Ja, genau.
00:18:01: Und die sind fantastisch. Sie sind großartig.
00:18:04: Also alle, die Direktorin ist großartig, die Lehrer sind großartig.
00:18:09: Es ist eine super Stimmung dort und er ist jetzt in einer Klasse,
00:18:14: wo elf Schülerinnen sind, zwei Lehrer sind.
00:18:19: Tolle Lehrer.
00:18:20: Er hat schreiben, lesen, reden gelernt.
00:18:24: -Er hat jetzt …? -Er hat zwei Hörgeräte links und rechts.
00:18:28: Und dieser Fortschritt ist unfassbar.
00:18:34: Die bekommen die Sprache der Lehrer über ihr Hörgerät?
00:18:37: Ja, direkt.
00:18:39: Die haben ein Programm auf den Hörgeräten drauf
00:18:41: und der Lehrer hat so was umhängen, dass sie direkt im Ohr den Lehrer hören.
00:18:46: Großartig.
00:18:47: Und jetzt sieht man … Wie alt ist er jetzt?
00:18:49: Jetzt ist er 15.
00:18:50: Dass dieser 15-Jährige einen unheimlichen Fortschritt gemacht hat.
00:18:54: Ja, und der wird eine Chance haben, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
00:18:58: Er ist natürlich ein bisschen entwicklungsverzögert,
00:19:01: aber ich bin immer wieder überrascht, wie schnell es dann geht.
00:19:07: Da hat er mich irgendwie angerufen – da habe ich ihn in Frankreich gedreht –
00:19:11: und hat gesagt, er hat die ganze Hausübung nicht verstanden.
00:19:14: Und wir haben Divisionen geübt und ich war so kurz:
00:19:18: „Warte mal, schriftliche Division? Wie ging das noch schnell?“
00:19:21: Da habe ich gesagt: „Warte mal, ich muss kurz nachschauen.“
00:19:23: Dann habe ich gesagt: „Ach, ich weiß schon wieder.“
00:19:25: Dann haben wir einen Abend lang die Divisionen geübt.
00:19:29: -Das heißt, er ruft dich in Frankreich an? -Ja.
00:19:31: Beim Drehen, du nimmst dir die Zeit und setzt dich hin?
00:19:34: Das war abends. Ja, das war abends. Na sicher.
00:19:37: Da hättest du den Karl zum Dividieren schicken können.
00:19:40: Ich war ja wieder …
00:19:42: In der Schule war ich ja nicht so der Beste, sagen wir mal so.
00:19:46: Aber ich finde das ganz witzig: Er ruft eigentlich ständig an.
00:19:51: „Wo ist Mama Susi? Wo ist Mama Susi?“
00:19:53: Nein, ich bin die Oma. In dem Fall bin ich Oma.
00:19:55: Ach ja, Oma. Ja, genau. Ich bin ja der Opa.
00:19:56: Ja.
00:19:58: -Das ist super. -Ja, weil ich bin der Opa.
00:20:00: „Also Oma, bitte Oma geben.“
00:20:03: Und dann muss die Susi den Lehrer anrufen, weil …
00:20:08: -Wie heißt der Lehrer? -Der Herr Dietz.
00:20:09: Ja, Herrn Dietz.
00:20:11: Und wenn er irgendwie die Straßenbahn oder die S-Bahn eine Verzögerung hat,
00:20:18: muss die Oma den Herrn Dietz anrufen,
00:20:20: dass er vielleicht zehn Minuten zu spät kommt.
00:20:23: Das finde ich so großartig, weil ich liebe ihn so sehr
00:20:26: und er will auf gar keinen Fall irgendeinen Fehler machen.
00:20:29: Also muss ich Herrn Dietz sagen, dass die Straßenbahn nicht gekommen ist
00:20:32: und er muss zehn Minuten warten.
00:20:34: Das spricht natürlich auch für die Lehrer, die wahnsinnig engagiert sind
00:20:37: und sich da wirklich einsetzen und wahnsinnig nett zu den Kindern sehen.
00:20:41: Wie schaut eure Geschichte aus mit ihm weiter?
00:20:45: Also ihr betreut ihn schulisch?
00:20:47: Genau, wir betreuen ihn schulisch.
00:20:49: Dann natürlich …
00:20:52: Der Geburtstag ist ihm sehr wichtig.
00:20:53: Also Geburtstag.
00:20:55: Ja, aber die Mama hat ja auch mir dann Fotos gezeigt,
00:20:58: wo sie im Flüchtlingslager in Samos, was sie da aufgestellt hat
00:21:02: zu seinen Geburtstagen immer, was da für Partys gefeiert wurden sozusagen
00:21:07: und was sie gebastelt hat an Deko, weil es ist ihm wahnsinnig wichtig.
00:21:12: Geburtstage. Also Geburtstag feiern wir gemeinsam.
00:21:16: Und auch meinen Geburtstag.
00:21:18: Das ist auch den meisten sehr wichtig, meinen Geburtstag zu feiern.
00:21:22: Da habe ich dann immer mehrere Geburtstagsfeste, weil überall,
00:21:25: wo ich dann hinkomme, gibt es wieder eine Geburtstagstorte
00:21:28: und wieder ein Geburtstagsfest.
00:21:29: Das ist voll nett.
00:21:31: Also weil unser Thema ja „Grenzenlos hören“ ist:
00:21:33: Wie macht ihr es denn weiter? Wie trainiert ihr ihn weiter?
00:21:37: Also mit dem Deutsch ist es noch nicht ganz so …
00:21:39: Ja, aber schon sehr gut. Also er kann jetzt eigentlich alles …
00:21:43: Man ist sich nicht immer sicher, ob er einen verstanden hat.
00:21:49: Aber manchmal, wenn ich mir denke:
00:21:52: „Okay, er sagt jetzt ja. Hat er das wirklich verstanden?“,
00:21:54: dann versuche ich, die Frage noch mal anders zu stellen, aber es stimmt.
00:21:57: Also er versteht jetzt wirklich, habe ich das Gefühl, alles schon.
00:22:01: Und wenn man ihn kennt, kann man auch alles verstehen, was er sagt.
00:22:08: Und ich glaube, es wird jedes Mal wieder besser.
00:22:11: Wenn ich wieder dorthin gehe,
00:22:13: denke ich mir wieder: „Wieder einen Schritt weiter“,
00:22:15: dass die Verständlichkeit wieder besser geworden ist.
00:22:18: Ich bin mir sicher, dass er zumindest eine Teillehre machen wird können
00:22:22: und sicher selbstbestimmt leben wird können.
00:22:25: Und das ist wichtig, ganz, ganz wichtig.
00:22:28: Also das heißt, ihr seid da immer noch sehr verbunden mit dieser Familie?
00:22:31: -Ja. -Wie lang seid ihr jetzt schon …?
00:22:33: -Wie lang sind wir mit dem Elias schon? -Fünf, sechs Jahre?
00:22:36: -Fünf Jahre wahrscheinlich. -Fünf Jahre. Ja.
00:22:40: Die nächsten Highlights, was kommt heuer auf euch zu?
00:22:42: Ist er heuer fertig?
00:22:44: Heuer? Nein.
00:22:45: Er ist fertig mit dem – wie soll man sagen? – Grundstudium.
00:22:48: Nächstes Jahr hat er noch ein ganzes Jahr,
00:22:50: wo es nur darum geht, eine Lehrstelle zu suchen.
00:22:53: Und da gibt es auch eine fantastisch engagierte Lehrerin dort,
00:22:57: die ich kennengelernt habe.
00:22:58: Welche Richtung?
00:22:59: Welche Richtung er gehen will?
00:23:01: Sie waren auch jetzt bei ganz vielen Berufsmessen,
00:23:05: haben sich Sachen angeschaut.
00:23:06: Also im Moment ist es Automechaniker.
00:23:08: Schauen wir, ob es nächstes Jahr …
00:23:12: Er musste vier Tage, weißt du, diese Schnuppertage machen für.
00:23:17: Ja.
00:23:18: -Berufspraktische Tage. -Berufspraktische Tage, ja.
00:23:21: Er hat aber dann die Mama angerufen, relativ bald.
00:23:25: „So schwer. Arbeit ist so schwer.“
00:23:28: Unglaublich schön.
00:23:29: Sie haben ihn dann am ersten Tag in der Mittagspause besucht.
00:23:33: Er war sehr stolz.
00:23:35: Wir sind natürlich gemeinsam,
00:23:36: weil er musste Sicherheitsschuhe kriegen und eine Hose.
00:23:39: Das waren wir gemeinsam einkaufen.
00:23:41: Da war er schon sehr stolz, dass er sie gehabt hat.
00:23:43: Und dann war ich in der ersten Mittagspause und habe gesagt:
00:23:45: „Na, wie ist es, Elias?“
00:23:47: „Oh, Oma, so schwer. Arbeit so schwer.“
00:23:52: Das ist das Leben.
00:23:56: Also man sieht schon, es erweitert einfach den Horizont auch, oder?
00:24:00: Über den Tellerrand rausschauen und anderen zu helfen?
00:24:03: Kann man nur empfehlen.
00:24:04: Man kann es nur empfehlen, weil es einem selber auch …
00:24:07: Also wenn man das Gefühl hat, man konnte jemandem …
00:24:10: Also bei vielen war es ja nur einfach ein Anstoß
00:24:13: oder ein Telefonat mit irgendeiner Behörde,
00:24:17: das es dann zu etwas geführt hat,
00:24:19: wo man sagt, es geht weiter und weiter und bringt was.
00:24:22: Also das ist schon …
00:24:24: Und viele, die man schon lange betreut, wo man weiß: „Okay,
00:24:29: da habe ich die Hand hingehalten, dass die nächste Stufe erklommen wurde
00:24:32: und es geht weiter, weiter, weiter“, das ist schon toll.
00:24:35: Es gibt ja auch ganz wenige Helfer oder Leute,
00:24:40: die dann Farsi oder Persisch gelernt haben.
00:24:43: Und da ist die Susi schon, glaube ich, ein Alleinstellungsmerkmal,
00:24:47: und zwar in Wort und Schrift.
00:24:48: -Wirklich? -Ja, ja.
00:24:49: Ja, also nicht gut.
00:24:51: Ich glaube, es ist kreativ, was ich so sage oder schreibe,
00:24:55: aber es wird verstanden.
00:24:57: -Das ist einmal das Wissen. -Das ist das Wichtigste.
00:24:59: Du kannst mit der Mutter, mit dem Vater reden?
00:25:00: Genau.
00:25:02: Ja, aber es hat auch einen ganz kleinen Nachteil.
00:25:05: Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Susi dann zu nett ist
00:25:09: oder auch zu gern Farsi redet
00:25:12: und den Leuten ein bisschen zu wenig auf die Zehen steigt
00:25:17: und dann einfach Deutsch mit ihnen am Telefon auch redet,
00:25:20: sondern sich immer noch auf den …
00:25:22: Die Mutter von dem Elias zum Beispiel, die ruft auch sehr oft an
00:25:27: wegen irgendwelchen Problemen,
00:25:29: und da höre ich immer, dass Farsi geredet wird
00:25:32: und dann nachher will ich mich da einmischen, streng, und sagen:
00:25:36: „Warum redest du nicht Deutsch mit ihr?“
00:25:38: Oder „Warum verlangst du nicht, dass sie auch Deutsch redet?“
00:25:42: Ja, das sind so kleine Dinge.
00:25:43: Es war zum Beispiel sehr gut, dass sie Farsi kann,
00:25:46: wie wir jetzt beim Europäischen Filmpreis, bei der Preisverleihung in Berlin waren.
00:25:52: Da hat ein ganz berühmter iranischer-
00:25:54: Jafar Panahi.
00:25:55: Ja, ganz toller Filmemacher.
00:25:58: Hat eine lange Rede gehalten
00:26:00: und die Übersetzung war ganz klein in einem Monitor.
00:26:04: Man konnte es kaum lesen, aber die Susi hat es verstanden.
00:26:08: Ich glaube, von den, weiß ich nicht, tausend Leuten,
00:26:12: die da gesessen sind, waren nicht viele, die ihn wirklich verstanden haben.
00:26:16: Leider, aber das war eine großartige Rede.
00:26:18: -Schade. -Ja, wirklich schade.
00:26:19: Dass man das technisch so schlecht umgesetzt hat.
00:26:22: -Ja. -Und du hast die Souffleuse bei dir.
00:26:24: Aber ich habe natürlich auch nur Teile verstanden.
00:26:26: Also die andere iranische Regisseurin war wahrscheinlich die Einzige,
00:26:29: die es wirklich verstanden hat, was er gesagt hat.
00:26:34: Ja, super.
00:26:36: Eure Kinder – jetzt gehen wir wieder zurück zum privaten Bereich.
00:26:40: Eure Kinder sind ja auch im Business. Zwei Söhne habt ihr?
00:26:43: Wir haben zwei Söhne.
00:26:44: Der Ältere, der Jakob, macht Regie für School of Champions.
00:26:49: -Im ORF? -Im ORF. Ja, genau.
00:26:52: Es wird jetzt gerade die vierte Staffel gedreht.
00:26:55: Da macht er sechs Folgen davon.
00:26:58: Und der jüngere Sohn, der Oskar, hat eine Produktionsfirma,
00:27:01: die heißt Supercute Productions.
00:27:04: Die machen unterschiedlichste Sachen, unter anderem auch ein TikTok-Format
00:27:08: für den ORF namens Navid fragt nach, wie so witzige …
00:27:12: Machen wir ein bisschen schleichen.
00:27:14: -Das schneiden wir aus. -So schaut die Firma aus.
00:27:17: Super.
00:27:18: Wir haben nichts gezahlt davon.
00:27:22: Also das heißt, auch die Kinder sind infiziert?
00:27:25: Ja, die sind ein bisschen infiziert.
00:27:28: -Zwar hinter der Kamera? -Ja.
00:27:30: Ich weiß, der Oskar wäre wahnwitzig begabt für vor die Kamera.
00:27:36: Er unterhält aber nur privat uns mit seinem großen Talent,
00:27:41: sondern sagt: „Ich möchte selber Chef sein
00:27:45: und ich möchte nicht, dass mir irgendjemand ansagt, was ich zu tun habe.“
00:27:49: -Hat er nicht Unrecht. -Hat er nicht Unrecht. Ja.
00:27:51: Ist auch schwierig, von Business zu Business zu leben.
00:27:54: Er kennt es von klein auf wahrscheinlich.
00:27:55: Die Aufträge werden jetzt auch nicht dauernd so reinkommen.
00:27:58: Man muss auch schauen.
00:27:59: Nein, nein, ich glaube, es ist auch wirklich der Punkt,
00:28:02: der ihn ein bisschen abgeschreckt hat, dass man doch immer wieder,
00:28:06: weil man ja frei ist, man ist ja nicht irgendwo angestellt,
00:28:09: man kriegt ja nur gezahlt im Prinzip, wenn man dreht.
00:28:13: Und dass es schon so Phasen gibt einfach, wo man sagt:
00:28:16: „Ja, warum läutet das Telefon nicht?
00:28:18: Ist es jetzt aus? Ist man jetzt auf einmal abgemeldet?
00:28:21: Wird man nicht mehr besetzt?“
00:28:23: Und ich glaube, das spüren die Kinder schon.
00:28:25: Und das ist etwas, was ihnen auch Druck gemacht hat,
00:28:28: oder dass man ein Casting hat und man kriegt die Rolle dann nicht.
00:28:33: Kommt auch vor.
00:28:35: Das sind alles so Sachen.
00:28:36: Oder dass man sagt: „Bah, diesen Text,
00:28:38: ich kriege den nicht in den Schädel rein, ich kriege den nicht in den Schädel rein.“
00:28:41: Also ja, den Stress haben sie mitgekriegt auch.
00:28:43: Natürlich.
00:28:44: -Ja, sowieso. Kinder merken das. -Ja.
00:28:46: Ja, und vor allem, ihr seid ja doch auch bekannt.
00:28:50: Geht es ihr noch zu Castings?
00:28:52: Müsst ihr so was machen?
00:28:53: Nein, nein. Also ich mache das eigentlich gerne.
00:28:56: Warum?
00:28:57: Weil man da vielleicht auch für eine Rolle besetzt wird,
00:29:00: die man vorher noch nicht gespielt hat.
00:29:03: Also ich würde gerne zu Castings gehen.
00:29:07: Es ist ausgesprochen selten, dass ich eins kriege.
00:29:09: Ja.
00:29:10: Weil du jetzt in einem gewissen Alter bist,
00:29:12: wo Frauen nicht mehr so gern besetzt werden?
00:29:14: -Ja. -Das typische Problem.
00:29:15: Nein, also ich muss sagen, das hat sich hier wirklich verändert.
00:29:18: Es ist wirklich besser geworden.
00:29:20: Ich meine, wenn man sich vorstellt vor 20 Jahren,
00:29:22: dass jemand in meinem Alter die Hauptrolle in einer Serie kriegt,
00:29:26: eher nein.
00:29:27: Eher nein. Oder Iris Berben vielleicht noch.
00:29:30: Vielleicht noch, aber das war wirklich so …
00:29:32: Aber die schaut immer noch ein bisschen aus wie 18.
00:29:34: -Ja. -Das stimmt.
00:29:35: Gutes Leben, gute Maske.
00:29:38: Genau.
00:29:39: Nein, das hat sich schon verbessert. Das hat sich schon verbessert.
00:29:41: Du hast immer nur die Großmutterrolle gekriegt und fertig.
00:29:44: Nein.
00:29:45: Also jetzt kannst du Rollen
00:29:47: mit deinem eigenen Leben, mit deinem eigenen Namen.
00:29:50: Ja, das hat sich schon verbessert.
00:29:52: Also in England zum Beispiel eine Lieblingsserie von mir
00:29:56: ist Inspektor Barnaby
00:29:58: und was da für schräge Typen sind
00:30:01: und immer schon ältere Leute und das ist einfach ganz toll.
00:30:05: Und das kommt jetzt so ein bisschen auch in den deutschsprachigen Raum,
00:30:09: weil sehr, sehr lange waren ja nur blonde Frauen.
00:30:14: Bis 30.
00:30:15: Bis 30,
00:30:17: die eigentlich viele dann fast immer gleich ausgeschaut haben,
00:30:21: also auch auswechselbar waren.
00:30:24: Und jetzt hat sich einfach was geändert.
00:30:27: Und es gab eine Agentin – kann ich mich erinnern, da war ich noch recht jung.
00:30:32: Die hat alle Frauen mit 40 aus der Agentur geworfen,
00:30:35: weil „nicht mehr vermittelbar“.
00:30:37: Mit 40? Wahnsinn.
00:30:39: Ja.
00:30:40: Wie entspannt ihr euch eigentlich?
00:30:42: -Gut. -Ah ja? Und wie?
00:30:45: Wir haben inzwischen eine …
00:30:47: Wir leben ja im Schrebergarten.
00:30:50: -Über das ganze Jahr? -Ja, schon sehr lange jetzt.
00:30:53: -Über der Donau? -Nein. Hirschstetten.
00:30:56: Ah, okay.
00:30:58: Und jetzt haben wir eine Sauna im Garten stehen.
00:31:02: Aber ich weiß nicht, ob ich das sagen soll in so einer Sendung.
00:31:07: Die Susi hat jetzt gelogen,
00:31:09: weil sie kann sich ganz schlecht entspannen,
00:31:12: weil die Susi muss immer was machen.
00:31:14: Und sei es irgendwie das Spiel am Computer oder das.
00:31:18: Und ich sage: „Bleib doch sitzen. Jetzt tun wir fertig frühstücken.“
00:31:21: „Nein, nein. Ich muss …
00:31:23: Und jetzt ist der Termin und jetzt muss ich dorthin
00:31:25: und jetzt mache ich das und jetzt mache ich das.“
00:31:29: -Die Getriebene? -Ja, sie hat das über die Jahre nicht …
00:31:31: Ich kann ganz gut da sitzen, in die Luft schauen und die Nase bohren.
00:31:36: Also Nasenbohren ist ja nicht so gut, aber Nasenbohren lassen wir weg.
00:31:39: Solange wir nicht da reinfahren in die Ohren,
00:31:41: was sozusagen alle HNO-Ärzte nicht tun mit dem Wattestäbchen.
00:31:45: Ja, zum Hören auch etwas, nicht nur Wattestäbchen, auch Zahnstocher.
00:31:48: Da ganz schlecht.
00:31:49: Früher ganz, ganz schlecht, wo der Ohrenarzt dann sagt:
00:31:53: „Aber haben Sie mit irgendwas herumgetan, was da nicht reingehört?“
00:31:58: „Ja, ja.“
00:31:59: Das habe ich mir aber jetzt abgewöhnt.
00:32:01: Gott sei Dank.
00:32:02: Projekte? Wünsche?
00:32:05: -Wünsche, ja. -Was würdest du gerne machen?
00:32:09: Spielen, ja. Ich spiele wirklich sehr, sehr gerne.
00:32:12: Lieber Film oder Theater auch?
00:32:15: Ich habe sehr lange ja nur Theater gespielt.
00:32:18: -Ja, angefangen Theater der Jugend. -Ja, genau.
00:32:21: -Super. -Genau.
00:32:22: Also sehr lange nur Theater, Theater, Theater.
00:32:24: Dann nur mehr Film eigentlich.
00:32:28: -Ziemlich? -Ziemlich nur mehr Film.
00:32:30: Also ich traue mich da noch nicht zusagen für Theater,
00:32:33: weil das ist so lang vorher.
00:32:35: -Weil es blockiert einen, oder? -Es blockiert einen komplett.
00:32:38: Also so ein richtig tolles Theaterstück.
00:32:41: Wenn man was Tolles sieht, jetzt war ich wieder im MUK,
00:32:45: da habe ich jetzt Das Ferienhaus gesehen.
00:32:48: Und wenn du so beglückend siehst, wie Leute voll miteinander spielen
00:32:54: und es macht Spaß zum Zuschauen, du merkst, es macht den Kolleginnen Spaß,
00:32:57: das zu spielen, dann denke ich mir immer: „Ach, Theater.“
00:33:00: Dann siehst du wieder was, wo du dir denkst:
00:33:01: „Ach, Gott sei Dank bin ich da nicht dabei.“
00:33:04: Weil da muss man ja dann mehr spielen. Nicht nur das eine Stück.
00:33:06: Da bist du ja dann gebucht für eine Saison oder zwei oder so.
00:33:09: Ich war sehr viel im Engagement.
00:33:11: Letztens waren es sieben Jahre Burgtheater.
00:33:15: Dann begonnen habe ich in Tübingen, am Kölner Schauspielhaus war ich,
00:33:19: am Resi war ich.
00:33:20: Und man gehört dann eigentlich diesem Theater.
00:33:25: Und wie ich am Burgtheater war,
00:33:28: die letzten sieben Jahre von Claus Peymann,
00:33:30: da war es auch so, die Handys eigentlich, die gab es noch nicht so richtig.
00:33:34: Du durftest bis 15 Uhr das Stadtgebiet nicht verlassen.
00:33:38: Ach so.
00:33:39: Weil bis 15 Uhr könnte noch eine Vorstellungsänderung sein.
00:33:43: Und Drehtage waren auch eine Schwierigkeit.
00:33:48: Man hat dann schon sehr frühzeitig gesagt:
00:33:52: „Ich hätte da zwei, drei Tage. Kann ich die machen?
00:33:55: „Ja, wahrscheinlich haben sie da Proben und das wird dann nicht gehen“,
00:34:00: und immer versucht, das zu verhindern.
00:34:02: Und da gab es einen Kollegen, der hat mir das dann gesagt,
00:34:05: er macht das dann jetzt immer so, dass er auf der Probe plötzlich sagt:
00:34:12: „Was ist los? Nein, nein, alles gut.“
00:34:19: „Geht es dir nicht gut? Ist dir schlecht oder was?“
00:34:21: „Nein, nein.“
00:34:23: Und dann: „Bitte, du gehst jetzt nach Hause.
00:34:25: Das geht nicht.“
00:34:27: Oben ist aber schon der Produktionsbus gestanden.
00:34:31: Er ist eingestiegen und zum Drehen gefahren.
00:34:34: -So war das. -Ein Gauner.
00:34:36: Na ja, kein Gauner, aber das ist so die Verhinderung.
00:34:40: Ich verstehe es schon.
00:34:41: Die Theaterleute mögen, die Regisseure mögen den Film auch nicht,
00:34:45: weil da schauen Millionen bei einem Film zu
00:34:50: und bei ihren Produktionen, die sie ein ganzes Leben lang machen,
00:34:55: kommen wir dann vielleicht auf 400.000 Leute.
00:34:59: Und das ist eigentlich ein Ärgernis, ein großes.
00:35:01: Aber was gefällt euch besser, jetzt abgesehen vom engen Korsett?
00:35:05: Na ja, beim Theater spielt man die ganze Geschichte durch in einem.
00:35:12: Das ist nicht …
00:35:13: Film ist ja immer ein Stückwerk.
00:35:15: Ja, zitzerlweise?
00:35:16: Zitzerlweise und nicht chronologisch, sondern man fängt oft dann auch gerade
00:35:21: mit den schwierigsten Szenen, mit Liebesszenen
00:35:24: oder Bettszenen haben wir nicht so oft, aber mit so etwas anbinden.
00:35:28: Der war lustig mit dem Rotlicht.
00:35:30: Ja, sicher.
00:35:33: Und am Theater ist eine lange Probenzeit.
00:35:37: Die Probenzeit gibt es ja beim Film überhaupt nicht,
00:35:39: sondern man bereitet sich vor mit Coach
00:35:43: und dann muss alles schnell gehen, weil es viel Geld kostet.
00:35:46: Und beim Theater, im Burgtheater bei Peymann hat, glaube ich,
00:35:51: Macbeth eineinhalb Jahre Proben mit einem starken Neurotiker unten,
00:35:57: der immer herumschreit.
00:35:58: Auch nicht so angenehm, aber wenn etwas glückt,
00:36:02: dann sitzen da 400, 500 Leute unten,
00:36:06: die auch mitspielen, so Spiegelneuronen-mäßig.
00:36:09: Das ist dann so ein Geben und Nehmen und eigentlich ist das die Königsdisziplin
00:36:16: und am schönsten, aber es ist sehr selten, weil auch sehr viel Regietheater ist.
00:36:22: Und Susi nimmt mich dann manchmal ins Theater mit und sagt:
00:36:25: „Das soll angeblich sehr gut sein“, und dann sitze ich neben ihr
00:36:28: und irgendwann muss ich sie nach zwei Minuten in den Fuß zwicken,
00:36:32: weil es gar nicht so lustig oder gar nicht so interessant ist,
00:36:36: weil das alles so Mätzchen sind und mir die Schauspieler leidtun,
00:36:40: dass sie dann …
00:36:42: Es wird dann laute Musik gespielt
00:36:45: und da muss der Monolog drüber geschrien werden
00:36:48: und da kommt noch das Stroboskop dazu
00:36:51: oder sie haben Masken ja oft die ganze Zeit.
00:36:54: Also, das ist so eine Quälerei.
00:36:56: -Da versteht man den Text kaum, oder? -Oh ja, ja, ja.
00:36:58: -Oder versteht man das? -Da sind ja Mikros.
00:37:00: -Sind die Mikros unter der Maske? -Ja, ja.
00:37:03: Schleppst du ihn oft ins Theater?
00:37:04: Nein, weil mir tut der Oberschenkel weh.
00:37:09: Nein, ich habe dann immer auch das Problem, dass ich …
00:37:14: Leider, ich würde so gerne mitgehen, aber …
00:37:16: Heute indisponiert?
00:37:18: Ja, mit dem Alter. Das merkt man dann.
00:37:22: Ich wünsche euch alles, alles Gute.
00:37:24: Vielen Dank für euren Besuch hier bei uns im neuen Setting,
00:37:27: bei den Hörgesprächen – Sinnvolles aus dem Leben.
00:37:29: Bleibt so lustig, bleibt so engagiert.
00:37:31: Und Ihnen danke für Ihr Interesse bei den Hörgesprächen.
00:37:33: Bis zum nächsten Mal. Auf Wiederhören.
00:37:35: Zum Schluss: Persönliches über das Hören.
00:37:39: Gibt es einen Hörmoment, der Sie besonders berührt?
00:37:42: Das erste Mal das Lachen des eigenen Kindes zu hören.
00:37:47: Ja, stimme zu.
00:37:51: Auf welches Geräusch könnten Sie verzichten?
00:37:54: Auf die Verkehrsgeräusche, auf der Straße und in der Luft.
00:38:01: Ja, wenn das so wäre, könnte ich darauf verzichten,
00:38:05: dass die Partnerin schnarcht, aber das gibt es eigentlich nicht,
00:38:10: weil Damen ja nicht schnarchen.
00:38:12: Eben.
00:38:13: Wäre Ihr Leben ohne Gehör anders verlaufen?
00:38:18: Definitiv.
00:38:19: Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie ein Leben ohne Hören …
00:38:23: Ich glaube, dass ein Leben ohne Hören
00:38:26: fast noch schrecklicher ist als ein Leben ohne Sehen.
00:38:30: Ja, das glaube ich auch.
00:38:33: Und ich glaube, es gibt auch wenig gehörlose Schauspieler.
00:38:37: Also es gibt schon ein paar. Es gibt ja auch ein paar ganz tolle Filme.
00:38:42: Ja, also der Beruf wäre schon einmal nicht möglich.
00:38:47: -Schwierig auf jeden Fall. -Ja, fast unvorstellbar das Ganze.
00:38:53: Welche Botschaft haben Sie an unsere Zuseher?
00:38:57: Also abgesehen vom „Zuhören, zuhören, zuhören“,
00:39:02: dass vielleicht auch das Zuhören Menschen gegenüber,
00:39:07: die nicht so wie wir, die wir hier geboren sind,
00:39:10: auf die Butterseite gefallen sind, denen zuhören.
00:39:14: Und wenn man ihnen zuhört, weiß man auch ganz schnell, wie man ihnen helfen könnte.
00:39:20: Und das ist sehr schön, wenn man das macht.
00:39:23: Ja, ich würde sagen, wenn man ein bisschen älter wird und merkt,
00:39:30: es wird schwieriger mit dem Zuhören,
00:39:32: dann wirklich vielleicht die Eitelkeit ein bisschen wegtun
00:39:37: und zu einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt gehen und einmal einen Hörtest machen.
00:39:43: Und dann, wenn man ein Hörgerät verschrieben bekommt,
00:39:46: das wirklich reingeben, weil, es ist sehr klein, man sieht es kaum
00:39:52: und es verändert wirklich das Leben sehr,
00:39:55: weil man dann nicht mehr irgendwie nur reagieren muss und so tun,
00:40:00: wie, wenn man das verstanden hätte.
00:40:02: Man versteht es dann wirklich.
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